Eine emotionale Woche

Lienhart-Ausfall, Pokalfight, Fan-Frust und BaWü-Derby – diese SC-Woche hat’s in sich

So viel Dampf war selten im Kessel: Am heutigen Mittwoch (20.45 Uhr / Sky) empfängt der SC Freiburg Dynamo Dresden im DFB-Pokal, muss aber auf Philipp Lienhart verzichten, der sich am Knie verletzt hat. Christian Streich ärgert sich derweil über pfeifende Fans und richtet zudem einen Appell an seine Spieler. Julian Schuster wird bespuckt – und am Sonntag wartet auch noch der VfB.Die Mitgliederversammlung des SC Freiburg am morgigen Donnerstag im Konzerthaus Freiburg (19 Uhr) dürfte im Gegensatz dazu harmonisch ausfallen. Denn am Montag zog die „Mitgliederinitiative Einzigartiger Sport-Club“ ihre angekündigten Anträge auf Änderung der Vereinssatzung zurück. Mit ihrem Vorstoß wollte die Initiative erreichen, dass das Profiteam bei dessen möglicher Ausgliederung stets zu hundert Prozent im Besitz des Vereins und seiner Mitglieder bleibt. Aber: „Um unter anderem eine Zuspitzung auf die aktuell nicht zur Diskussion stehende Debatte um einen Einstieg von Investoren in Freiburg zu verhindern, haben wir uns dazu entschlossen, die von uns gestellten Anträge nicht zur Abstimmung zu stellen“, erklärt Initiativensprecher Manuel Gaber.


„Auswärts besser spielen“
Vor der heutigen Pokalnacht gegen Dresden, in der es um den Einzug ins Achtelfinale geht, macht man sich beim SC vor allem Sorgen um die Abwehr – denn in Philipp Lienhart (Sehnen- und Muskelverletzung im Knie) fällt ein weiterer Innenverteidiger für mehrere Wochen aus. Über die Youngster-Abwehr um die beiden 21-jährigen Lienhart und Caglar Söyüncü hält SC-Trainer Christian Streich stets die schützende Hand – und wird grantig, wenn von der eigenen Haupttribüne Pfiffe ertönen, weil das Duo unter gegnerischem Druck den Ball hinterherum spielt: „Das macht die unruhig. Die brauchen Ruhe, damit sie die Lücke finden.“ Wenn das Team 90 Minuten „scheiße“ spiele, könne man es ja auspfeifen: „Aber nicht schon nach drei Minuten“, sagt Streich. Die Emotionen kochten beim 1:1 gegen Berlin auch hoch, weil SC-Kapitän Julian Schuster von gegnerischen Fans bespuckt worden war.
Gegen Dresden dürfte es nicht minder hitzig zugehen. Für das Spiel kündigte Streich Änderungen in der Startelf an. Und am Sonntag (18 Uhr/Sky) wartet das Derby in Stuttgart. Dort will sich Freiburg stark verbessert präsentieren. Und so erhöht Trainer Streich den Druck auf seine Spieler: „Wir müssen natürlich besser Fußball spielen als wir es bisher in den Auswärtsspielen gemacht haben. Das ist die Anforderung.“

Matthias Joers

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