Krebse in Gefahr

Dreisamtal: Krebspest ausgebrochen – Polizei ermittelt

In einem kleinen Seitengewässer der Brugga im Ortsteil Neuhäuser (zwischen Kirchzarten und Freiburg-Kappel) ist die Krebspest ausgebrochen.
Laut Regierungspräsidium Freiburg (RP) hatten bereits am 20. März Kinder tote Dohlenkrebse im Krebsgraben gefunden. Die Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg bestätigte, dass es sich um Krebspest handle, so das RP. Für Menschen und andere Tiere ist die Seuche ungefährlich. Die Krebspest ist eine bei heimischen Flusskrebsen tödlich verlaufende, hochansteckende Erkrankung, die durch einen pilzähnlichen Erreger (Aphanomyces astaci) ausgelöst wird.
Die betroffenen Dohlenkrebse sind sehr selten und vom Aussterben bedroht. Sie kommen bundesweit nur in wenigen Bächen im Schwarzwaldbereich vor und sind streng geschützt. In der Brugga mit ihren Zuflüssen und in den Nachbargewässern im Zartener Becken, wie dem Wagensteig- und dem Ibentalbach, kommt eine der bedeutendsten Populationen von Dohlenkrebsen vor, weshalb die Brugga auch als geschütztes FFH-Gebiet ausgewiesen ist. Ursache für den Ausbruch der Pest könnte eine Reuse sein, die im Krebsgraben gefunden wurde. Das verbotene Ausbringen von Reusen in diesen Gewässern wird als Fischwilderei verfolgt, das Polizeipräsidium Freiburg ermittelt.

Tim Bolanz

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