„Bis Späti“ im Stühlinger

Freiburger starten Spendenaktion für ersten „Späti“ – Arbeiten laufen bereits

„Späti“ oder „Büdchen“ werden die beliebten Nachtkioske im Norden und in der Mitte Deutschlands genannt. Nun könnte es ein „Späti“ endlich auch zu uns in den tiefsten Süden schaffen. Ende Mai soll der „Bis Späti“ in der Egonstraße 45 eröffnen.In der Hauptstadt prägen sie allgegenwärtig das Stadtbild: die „Spätis“, Kioske, die auch nach den üblichen Ladenöffnungszeiten bis spät in die Nacht geöffnet sind und vor allem Getränke, Tabakwaren und Süßigkeiten verkaufen. Das fehlt in Freiburg – findet zumindest eine Gruppe rund um Florian Höntsch und Anaïs Moll – und deshalb wollen sie diese Lücke mit dem „Bis Späti“ füllen.
„Wir sind ein kleiner Haufen Menschen, die sich zu einem Kollektiv zusammengeschlossen haben mit dem Ziel, den ersten Späti Freiburgs zu eröffnen. Dabei soll, neben der Möglichkeit günstig an Getränke, Snacks und Tabak zu kommen, auch ein Begegnungsraum geschaffen werden, der Treffpunkt für unterschiedlichste Menschen bietet und so Freiburgs Tag- und Nachtleben bereichert und ein kleines Stück Subkultur mitgestaltet“, schreiben die Macher auf ihrer Facebook-Seite. So sollen Musik- und Kulturangebote genauso Raum finden wie eine Kaffee-Ecke auf Spendenbasis und ein Tauschregal.
Auch den passenden Ort hat das Kollektiv schon gefunden: Das im Herzen des Stühlingers liegende Josephstüble, Egonstr. 45. Die urige Eckkneipe zwischen Egon- und Eschholzstraße passt perfekt, um die Idee Realität werden zu lassen.


Spenden für den „Späti“
Bislang finanziert sich das Kollektiv hauptsächlich über Privatdarlehen von Menschen, die Lust haben das Projekt zu unterstützen. Für weitere anfallende Kosten wie Gewerbeanmeldung, Kaution und erste Warenbestellungen, sammelt das Kollektiv mit einer Online-Fundraisingkampagne auf GoFundMe Spenden. Auf insgesamt 6.000 Euro hoffen die Macher bis zur Eröffnung im Mai. In vier Tagen sind (Stand gestern) bereits rund 1.200 Euro zusammengekommen. „Das ist ein interessantes Projekt, dass wir gerne unterstützen“, sagt Esther Ecke von der Plattform GoFundMe. Sie kommt aus NRW und ist mit den „Büdchen“, wie sie dort heißen, aufgewachsen: „Das fehlt einfach in Freiburg“, findet sie.
Momentan wird in der Egonstraße auf jeden Fall kräftig gewerkelt, denn rund 90 Quadratmeter müssen bis Mai noch auf Vordermann gebracht werden. Geöffnet haben soll der „Bis Späti“ unter der Woche von 14 Uhr bis 24 Uhr, am Wochenende auch bis 2 Uhr nachts.

Claudia Kleinhans

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