„Vom eigenen Erfolg eingeholt“

Mundenhof-Leiter Berno Menzinger erklärt, wie der beliebte Tierpark mit dem Besucheransturm fertig werden will

Im vergangenen Jahr feierte der Tier-Natur-Erlebnispark Munden-hof sein 50-jähriges Bestehen. Die Besucherzahl an Wochenenden und in Ferienzeiten ist mittlerweile so gestiegen, dass neue Wege gesucht werden. Sigrid Hofmaier sprach mit Berno Menzinger, dem Leiter des Mundenhofs, über die Zukunft des städtischen Tiergeheges.

Herr Menzinger, als wir im Juni 2018 miteinander sprachen, hatten Sie schon angedeutet, dass der große Erfolg ihres gemeinsam mit Ihrem Auftraggeber, der Stadt Freiburg, entwickelten Konzeptes auch Herausforderungen an die Infrastruktur des Mundenhofs stellt. Haben Sie schon neue Wege gefunden?

Berno Menzinger: Zunächst geht es nicht darum, unbedingt neue Wege zu finden. Es ist eher so, dass wir von unserem eigenen Erfolg eingeholt wurden. Dabei sind wir ständig dabei unser Angebot nachzujustieren, um unserem Auftrag als Tier-Natur-Erlebnispark auch bei den gestiegenen Besucherzahlen gerecht werden zu können. Allerdings kommen inzwischen an manchen Tagen im Jahr so viele Besucher, dass wir mit kleineren Maßnahmen an eine Grenze stoßen.

Wird es in absehbarer Zeit große Veränderungen geben? In der Presse war von Erweiterungsplänen die Rede...

Menzinger: Wir versuchen ergebnisoffen in alle Richtungen weiterzudenken. Dabei geht es aber sicherlich nicht primär um Wachstum, sondern um das Ziel ein Ort zu bleiben, der Raum für ein Tier- Natur-Erlebnis gibt. Wir werden also zunächst einmal unsere Hausaufgaben machen und unsere Infrastruktur entsprechend anpassen. Deshalb sind wir seit einigen Jahren permanent am Bauen. Das hat bei den Versorgungsleitungen angefangen und ist aktuell der Fall bei den Gebäuden, den Stallungen und geht weiter bis zu unseren Wegen.

Wie soll das Wegekonzept aussehen?

Menzinger: 80 Prozent unserer Besucher bewegen sich auf der Hauptachse. Hinzu kommt, dass unsere Mitarbeiter mit großen Maschinen die gleichen Wege benutzen müssen. Durch eine Aufwertung der alternativen Wege oberhalb der Gehege könnte es uns gelingen, die Menschen auf einen Rundweg zu führen. Auf diese Art könnten wir den Besucherstrom entzerren und die Mitarbeiter könnten die Tiere besser versorgen.

Oft bemängelt wird die Verkehrssituation in den Stoßzeiten. Rückstaus bis zum Zubringer Mitte seien so vorprogrammiert.

Menzinger: Das ist selten der Fall, aber natürlich gibt es hier noch Verbesserungspotenzial. Das betrifft vor allen Dingen die Parkplatzstrukturen und Einfahrten, an denen wir ebenfalls feilen. Aber mit dem neuen Stadtteil Dietenbach wird sich die Zufahrts- und Parkplatzsituation grundlegend ändern, sodass es nicht sinnvoll wäre jetzt für etwas viel Geld in die Hand zu nehmen, das in wenigen Jahren umgebaut werden muss.

Es gab auch schon Überlegungen in Richtung Eintrittsgelder oder Schranken, um die Besucherzahl zu limitieren...

Menzinger: Diese Themen stehen nicht zur Debatte. Der Mundenhof soll nicht exklusiv werden, sondern allen Schichten und allen Altersstufen ein positives Naturerlebnis vermitteln. Unsere nicht repräsentativen Besucherbefragungen bestätigen, dass wir das erreichen: Die Menschen nehmen die Erinnerung an ein besonderes Naturerlebnis mit nach Hause. Dies verstehen wir als einen wichtigen Beitrag zu einer Bildung für nachhaltige Entwicklung, den wir aktuell leisten können.

Es gab kürzlich auch den Vorschlag, zusätzliche Angebote wie einen Indoor-Spielplatz oder einen Streichelzoo zu integrieren...

Menzinger: Wir stehen zu unserer Aussage, dass der Mundenhof keinen Eventcharakter bekommen soll. Der Mundenhof soll primär ein besonderer Ort für intensive Begegnungen zwischen Mensch und Natur bleiben. In diesem Rahmen wird er sich sicherlich weiterentwickeln. Dafür haben wir uns in den vergangenen Jahren mit Überzeugung und Leidenschaft eingesetzt.

Zurück