Freiburg neu verbunden

Am Samstag wird die Rottecklinie eröffnet – freie Fahrt auf allen Linien

Am kommenden Samstag feiert ganz Freiburg die Eröffnung der neuen „Stadtbahn Rotteckring“ mit einem großen Fest. Von 11 bis 21 Uhr ist vom Philharmonischen Orchester über Balkanbeats bis hin zu Hardrock einiges geboten. Essen, Trinken und Mitmachaktionen inklusive. Freie Fahrt sowieso!Seit dem Baubeginn im März 2015 ist von der Kronenstraße über den Rotteckring bis hin zum Europaplatz die neue, 1,9 Kilometer lange Stadtbahnstrecke gewachsen. Auf rund zwei Dritteln ihrer Länge ist sie als freiburgtypisches Rasengleis ausgeführt, auf dem die Straßenbahnen leiser und vibrationsarm rollen. Die fünf neuen, barrierefreien Haltestellen bieten Innenstadtbesucherinnen und -besuchern nun noch mehr umweltfreundliche Mobilitätsoptionen und ermöglichen es, immer möglichst nahe am gewünschten Ziel ein- und auszusteigen.
Tatsächlich ist der „Erschließungseffekt“ der neuen Linie enorm. Von der Reiterstraße kommend führt die Strecke unter anderem an der Angell-Akademie und dem Rotteck-Gymnasium vorbei, um nach Überquerung der Kronenbrücke viele Universitätsinstitute und –einrichtungen einschließlich der Mensa und der Bibliothek zu erschließen. Nördlich der Bertoldstraße heißen die Anlieger zum Beispiel St. Ursula-Gymnasium, Colombi Park, Archäologisches Museum, VHS oder ADAC. Auch das Rektorat der Universität hat nun endlich eine Stadtbahnhaltestelle direkt vor der Tür.


Mehr Komfort für Fahrgäste, mehr Platz für Fußgänger
Am Friedrichring finden sich Geschäfte aller Art, Gastronomiebetriebe und Hotels. Hier wurde, auch dank des Stadtbahnbaus, eine ehemals schwierige Verkehrsführung radikal vereinfacht und zugleich Platz für eine großflächige Erweiterung des Fußgängerbereiches in der nördlichen Kaiser-Joseph-Straße geschaffen. Außerdem verbessert der Umbau der Haltestelle „Siegesdenkmal“ den Komfort für die Fahrgäste der Freiburger Verkehrs AG (VAG) erheblich. Dies gilt insbesondere auch für Menschen mit eingeschränkter Mobilität.
Am neu entstandenen Europaplatz ist mit dem markanten Pavillon für Einheimische wie für Gäste der Stadt ein neuer Orientierungspunkt entstanden, der auch für die VAG drei wichtige Funktionen beinhaltet: Im Untergeschoss des Gebäudes befinden sich Technikräume für die Stromversorgung der Stadtbahnstrecken. Außerdem ist dort ein Sozialraum, in dem sich Fahrerinnen und Fahrer aufhalten können. Rund um den Pavillon ist eine kombinierte Bus- und Stadtbahnhaltestelle entstanden, und im architektonisch geschwungenen Dach befindet sich eine Ladeeinrichtung für Elektrobusse.
Auch aus betrieblicher Sicht ist der neue Stadtbahnabschnitt für die VAG von großer Bedeutung. Mit der zusätzlichen Süd-Nord- Strecke in der Innenstadt wird der Bereich am Bertoldsbrunnen entlastet und erlaubt nun im ganzen Netz engere Fahrplantaktungen. Mit dem neuen Streckenabschnitt ergibt sich für den Stadtbahnverkehr zudem mehr Flexibilität im Falle von Veranstaltungen oder Störungen.


Stadtbildprägendes Projekt
Die Umgestaltung des Rotteck- und Friedrichrings mitsamt dem Europaplatz ist zweifellos eines der wichtigsten stadtgestalterischen und stadtbildprägenden Projekte in Freiburg seit Einführung der Fußgängerzone in den frühen siebziger Jahren. Erneut wurde deutlich, wie die Entscheidung für den Bau einer Stadtbahn zu vielen Folgeinvestitionen entlang der Strecke und zu einer Aufwertung großer Bereiche der Stadt führt.
Die Rottecklinie ist Teil des Gesamtvorhabens „Stadtbahn Vauban-Rotteckring-Messe“ und wird von Bund und Land zusammen mit 85 Prozent der förderfähigen Kosten bezuschusst.

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