Der lange Weg zur Exzellenz

Die Uni Freiburg befindet sich auf der Zielgerade im Wettbewerb um den Exzellenztitel und etliche Millionen Euro

Wird die Uni Freiburg wieder exzellent? Am 20. und 21. März begutachtet eine international besetzte Delegation die Albert-Ludwigs-Universität, um zu prüfen, ob sie als eine von elf deutschen Hochschulen den Titel „Exzellenzuniversität“ tragen darf. Es geht um eine Förderung von 15 Millionen Euro pro Jahr.Möglich machten dies zwei Forschungscluster, die sich im bundesweiten Exzellenz-wettbewerb durchsetzen konnten – Voraussetzung für eine Bewerbung um den Titel „Exzellenzuniversität“. Die Wissenschaftler der Fachbereiche Biologie und Materialwissenschaften konnten sich über Fördergelder von rund 100 Millionen Euro in den kommenden sieben Jahren freuen. „Aber jetzt wollen wir mehr“, sagt Uni-Rektor Hans-Jochen Schiewer gegenüber dem Wochenbericht: „Jetzt wollen wir den Jackpot.“ Der Jackpot – damit ist der Exzellenzstatus für die gesamte Uni gemeint, der weitere 105 Millionen Euro bis 2026 garantieren würde. „Damit könnten wir unsere Forschung stärken, sie besser mit der Lehre verknüpfen, Prozesse und Infrastruktur optimieren“, so Schiewer.
Schon 2007 war die Freiburger Hochschule Exzellenzuni, verlor den Status 2012 jedoch wieder. Diesen wieder zu erlangen habe auch ideellen Wert, findet der Rektor. „Wenn wir zu den elf besten Universitäten Deutschlands gehören, dann steigert das unsere Sichtbarkeit und Attraktivität nochmals ganz deutlich.“ Gemeinsam mit den Nachbaruniversitäten in Straßburg und Basel setzte man auf trinationale Zusammenarbeit – ein weiteres Argument zu Gunsten der Freiburger Uni, wie der Rektor findet. „Wir haben das Glück, zwei absolute Topadressen als Nachbaruniversitäten zu haben. Wenn wir zusammenarbeiten, dann werden wir in den kommenden Jahren eine der führenden europäischen Universitäten sein“, prognostiziert Schiewer.


Delegation prüft die Uni
Die Entscheidung, ob sich Freiburg in der letzten Runde des Exzellenz-wettbewerbs durchsetzen wird, fällt am 19. Juli. Zuvor, nämlich am 20. und 21. März, wird eine internationale Delegation die Hochschule begutachten. „Beginnen werden wir mit einer Plenarveranstaltung in der Unibibliothek. Es folgt eine Diskussionsrunde, in der unser Anliegen und unsere geplanten Maßnahmen erörtert werden. Es wird Gespräche mit jungen Wissenschaftlern, Doktoranden und Touren auf dem Flughafencampus geben.“ Dekane und Leiter von Forschungszentren würden befragt, ebenso Mitglieder verschiedener Gremien und Kooperationspartner. „Wir haben viel zu tun und strecken uns bis zur Decke, um alles vorzubereiten. Doch es ist auch ein wunderbarer Prozess“, so der Rektor. Seit Dezember lege sich die gesamte Uni für den Antrag ins Zeug.
Sollte er bewilligt werden, flössen ab November die Fördergelder. Und wenn es nicht klappen würde, mit dem Exzellenzstatus? „Auch dieses Szenario lässt uns nicht verzweifeln“, meint der Rektor. „Wir sind eine stark aufgestellte Universität. Wir würden vieles machen, wie geplant – nur dass dann eben etwas kleinere Brötchen gebacken werden.“

Benjamin Resetz

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