Entsetzen über Kübler-Verletzung

Freiburg muss schon am Freitag in Gladbach wieder ran – ohne Lukas Kübler, für den die Saison vorbei ist

Der Sieg war ein wichtiger Schritt Richtung Klassenerhalt – und doch fiel es den Freiburgern schwer, ihren 2:1-Heimerfolg gegen Berlin in vollen Zügen zu genießen. Denn der zuletzt so stabile Lukas Kübler erlitt einen Bruch des Sprunggelenks und wird nicht nur am Freitag in Mönchengladbach dem Team fehlen.Am Montag erhielten die Freiburger Spieler einen freien Tag. Zum einen, um den Kopf frei zu kriegen. Aber auch, um ihren Körpern einen Pause zu gönnen, denn schon am Freitag (20.30 Uhr/Sky) geht es weiter: „Wenn Sie nach dem Spiel in der Kabine gewesen wären, hätten Sie gesehen, dass die Spieler total am Ende waren“, berichtet SC-Trainer Christian Streich. Der so wichtige 2:1-Erfolg über die Hertha bot viele schöne Momente – aber eben auch diesen Schockmoment aus der 30. Minute.


Volle Wucht
Erwischt hatte es Lukas Kübler, der zuletzt fünf Mal in Folge in der Startelf stand. Nun ist die Saison für ihn vorzeitig beendet. Schon kurz nach Spielschluss kursierte die vorläufige Diagnose: Bruch des Sprunggelenks. Mike Frantz war mit voller Wucht auf Kübler gefallen, so dass es überhaupt erst zu der schlimmen Verletzung kam. Mit blasser Nase berichtete der SC-Kapitän vom traurigen Höhepunkt des Spiels. „Für uns alle war das ein Schock. Es ist kein Tag zum Feiern“, sagte er trotz der 2:1-Siegs, auf den das Team dennoch sehr stolz sei. „Aber Lukas kann sich davon nichts kaufen“, so Frantz. Auch SC-Trainer Streich stand der Schock ins Gesicht geschrieben: „Eine Katastrophe“, sagt der 53-Jährige. „Seit zwei Jahren haben wir immer wieder so schwere Verletzungen. Das macht mich verrückt“.
Bei der Gladbacher Borussia am Freitagabend dürfte damit wohl erneut Pascal Stenzel auf der rechten Abwehrseite zum Einsatz kommen. Gegen die Hertha machte der 22-Jährige seine Sache als Kübler-Ersatz gut. „Für ihn war das nicht einfach. Er hat ja längere Zeit nicht gespielt“, sagte Mike Frantz.
So schauerlich die Geschichte von Küblers Verletzung auch war, so schön ist jene vom Debüt des jungen Nico Schlotterbeck. Der 19-jährige Verteidiger war zur Halbzeit für Philipp Lienhart ins Spiel gekommen. Der zuletzt so starke Österreicher war mit Sehschwierigkeiten in der Kabine geblieben. Kurz vor Schluss schmiss sich Schlotterbeck dann in einem spielentscheidenden Moment in ein Kopfballduell – und schon leuchtete das Freiburger 2:1 auf der Anzeigetafel auf. Der Treffer wurde zwar nicht dem Debütanten zugeordnet, sondern als Eigentor von Berlins Ibisevic gewertet – „aber intern war es Nicos Tor“, sagte der Freiburger Torhüter Alexander Schwolow.
„Er ist groß, er ist wuchtig, aber er muss noch viel lernen“, sagte Christian Streich über das Debüt des Nachwuchsspielers, der intern nur „Schlott“ gerufen wird. Natürlich mit dem Zusatz „der junge“ davor – denn auch Schlotterbecks älterer Bruder Keven (21 Jahre) spielt beim SC und lief kürzlich schon für die Profis auf. Dass die ganz Jungen in der Not der Mannschaft aushelfen können, ist der große Trost angesichts der Freiburger Verletzungsmisere im Abwehrverbund. Oder wie Linksverteidiger Christian Günter es sagt: „Dann müssen halt die Schlotterbecks ran. Oder wer auch immer.“

Matthias Joers

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