Jungpolitikerin wirft das Handtuch

Nach anonymem „Outing“ fühlt sich die 24-jährige Vorsitzende von „Junges Freiburg“ bedroht

Die Vorsitzende und designierte Spitzenkandidatin für die Kommunalwahl der Gruppierung „Junges Freiburg“ im Freiburger Gemeinderat, Kathrin Vogel (24), wirft das Handtuch und tritt von ihrem politischen Amt zurück. Hintergrund ist ein „Outing“ durch anonyme Mitglieder der Autonomen Antifa Freiburg, die der Jungpolitikern in ihrer Vergangenheit angebliche Verbindungen in rechtsradikale Kreise nachsagen.
Anlass für das öffentliche Anprangern der jungen Frau sind mehrere Geburtstagsgrüße, die Vogel vor Jahren einem angeblichen Neonazi via Facebook geschickt hatte. Zudem ist es vor allem Vogels Mitgliedschaft in der Studentinnenverbindung „AV Merzhausia“ in Freiburg, die den linken politischen Rand in Freiburg in Wallung bringt.
Die Verbindung ist die älteste Studentinnenverbindung Deutschlands und positioniert sich nach eigenen Angaben zwar „politisch und konfessionell neutral“. Der linksradikalen Antifa ist aber allein schon die Mitgliedschaft der jungen Frau in der Verbindung ein Dorn im Auge, denn „keine Verbindungsstudentin kann links sein“, so die Antifa in einem Text über Vogel.
Deren Gruppierung im Stadtrat „Junges Freiburg“ ist als Teil der vierköpfigen “JPG“-Fraktion allerdings durchaus politisch links positioniert und hat beispielsweise im vergangenen Jahr die linke OB-Kandidatin und „JPG“-Stadträtin Monika Stein im Wahlkampf unterstützt.
Eine Einbahnstraße, wie sich nun zeigt, denn Stein hat gegenüber dem alternativen Radiosender „Radio Dreyeckland“ (RDL) betont, dass sie Vogel bereits Ende 2018 gesagt haben will, sie wolle nicht mit ihr in einer Stadtratsfraktion arbeiten.
Auch „JPG“-Stadtrat Simon Waldenspuhl hat sich gegenüber RDL ähnlich geäußert. „Junges Freiburg“ hingegen wehrt sich gegen die anonymen Anschuldigungen gegenüber Vogel: Es gehe den Linksradikalen „lediglich um Einschüchterung“, so die Gruppierung am Montag. Vogel fühle sich bedroht und im Augenblick nicht weiter in der Lage, sich kommunalpolitisch zu engagieren.

Bernd Peters

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