Hoffen auf die Trendwende

Der EHC Freiburg punktet zu wenig und droht, an das Tabellenende abzurutschen – neuer Trainer gesucht

Zu wenige Punkte, fehlende Konstanz und eine anhaltende Ergebniskrise begleiten den EHC Freiburg seit Wochen in der DEL 2, der zweithöchsten Spielklasse im deutschen Eishockey. Mit großen Ambitionen gestartet, kämpfen die Wölfe inzwischen darum, nicht ans hinterste Ende der Tabelle abzurutschen. Kann ein neuer Trainer frischen Wind ins Rudel bringen?Die nackten Zahlen sind ernüchternd: 19 Spiele hat der EHC Freiburg seit der Länderspielpause Mitte November absolviert. 15 davon gingen verloren. Nur 14 Punkte konnten in dieser Zeit ergattert werden. Sieben Mal unterlagen die Freiburger ohne eigenen Torerfolg. Acht Mal sind es nun in der laufenden Spielzeit – ein einsamer Rekord in der DEL 2. Was den Breisgauern fehlt ist besonders die Kaltschnäuzigkeit vor dem Tor. Denn wer nicht trifft, der kann auch keine Spiele gewinnen. Während die Konkurrenz aus dem unteren Tabellendrittel munter punktet, gehen die Wölfe meist als Verlierer vom Eis. Immerhin: Zwei seiner zurückliegenden vier Matches konnte der EHC gewinnen. Von Entspannung kann jedoch keine Rede sein.
Die Misere ist längst nicht nur durch die vielen Ausfälle zu erklären, die das Wolfsrudel in den vergangenen Wochen und Monaten hinnehmen musste und noch muss. Zwar fehlen noch immer vier Verteidiger, das Problem ist jedoch das Toreschießen. Und wie der überraschend deutliche 6:1-Heimsieg gegen Ligaschlusslicht Deggendorf am Freitag zeigte, kann der EHC auch mit sehr dünner Personaldecke bestehen. Das Problem sind Auftritte, so unterschiedlich wie Tag und Nacht. Auf eine kämpferische und aufopferungsvolle Leistung kann zwei Tage später ein Spiel folgen, in dem von Willen oder körperlicher Härte nichts zu sehen ist. Darüberhinaus hakt es schlicht an der Gefährlichkeit vor dem Tor.


Wer wird neuer Trainer?
In der Konsequenz trennten sich Ex-Trainer Leos Sulak und der Verein an Weihnachten nach über fünfjähriger Zusammenarbeit. Für ihn übernahm Co-Trainer Jan Melichar zusammen mit Nachwuchscoach Ravil Khaidarov. Das Problem: Während des Punktspielmarathons zwischen den Jahren war praktisch keine Zeit, neue Elemente ins Spiel einzubringen, da es alle zwei bis drei Tage ein Spiel zu bestreiten gab. Nun kehrt wieder der normale Spieltags-rhythmus ein und es kann an Stellschrauben gedreht werden.
Melichars erster notgedrungener Kniff, eine Powerplay-Formation mit fünf Stürmern zu besetzen, hatte gegen Deggendorf jedenfalls gefruchtet. Gleichzeitig steht Vereinsvorstand Werner Karlin im Dialog mit Kandidaten für den Trainerposten an der Ensisheimer Straße. Wer es werden könnte oder ob Melichar und Khaidarov die Mannschaft bis zum Saisonende betreuen sollen, das sei indes noch nicht abschließend geklärt. Fest steht nur: Die Wölfe brauchen neue Impulse – ob nun von hinter der Bande oder durch neue, fähige Spieler auf dem Eis. Es ist an der Zeit, Punkte einzufahren, wenn das selbstgesteckte Ziel – der zehnte Tabellenplatz – noch erreicht und der Gang in die Abstiegsrelegation vermieden werden soll.

Benjamin Resetz

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