Wohlfühlwechsel mit einem Restrisiko

Rückkehr an seine alte Wirkungsstätte: Der SC Freiburg leiht bis zum Saisonende Vincenzo Grifo von der TSG Hoffenheim aus

Vincenzo Grifo ist zurück im Breisgau. Diese Nachricht vom SC Freiburg schlug am Wochenende ein wie der Blitz. Der Edeltechniker und frisch gebackene italienische Fußball-Nationalspieler kehrt auf Leihbasis bis zum Saisonende zurück zum SC Freiburg. 600.000 Euro Leihgebür, so will es die Zeitung Bild erfahren haben, überweist der Sportclub dafür an Grifos Arbeitgeber TSG Hoffenheim. „Wir kennen seine Qualitäten, er kennt unser Umfeld - daher wird er keine lange Anlaufphase benötigen“, sagt SC-Vorstand Jochen Saier. Beim SC, der seit Montag im Trainingslager im spanischen Sotogrande für die Rückrunde schuftet, glaubt man einen guten Deal gemacht zu haben: „Wir sind überzeugt, dass Vince unser Offensivspiel bereichern wird“, sagt Saier.


Grifos Wunschziel: Freiburg
Restzweifel bleiben aber: Seit seinem Weggang aus Freiburg vor eineinhalb Jahren kam der sympathische Deutsch-Italiener nicht mehr richtig in Tritt – weder in Mönchengladbach, wo er bis zum Sommer spielte, noch in der laufenden Saison bei seinem früheren Arbeitgeber in Hoffenheim. Immerhin: Grifo kann inzwischen Champions-League-Einsätze vorweisen. Auch er selbst ist davon überzeugt, dass der Wechsel nach Freiburg der richtige Schritt war – auch wenn er nur bis zum Sommer bleiben wird, da Freiburg keine Kaufoption besitzt. Doch beim SC hatte Grifo seine erfolgreichste Zeit. Darin möchte er anknüpfen.
„Für mich geht es darum, auf dem Platz zu stehen und es war mein Wunsch, wieder nach Freiburg zu kommen“, sagt er. Angebote von Hannover und Stuttgart schlug er dafür aus. Nicht nur wolle er dem SC helfen „eine erfolgreiche Saison zu spielen“ - er freue sich vor allem auf „die Jungs, das Stadion und die Fans“. Es ist ein Wohlfühlwechsel in ein vertrautes Umfeld.
Grifos Stärken sind unbestritten. Als Vorbereiter, vor allem aber als Freistoßschütze hat er in Freiburg für Furore gesorgt. Es ist dieses letzte Quäntchen Unberechenbarkeit im Offensivspiel, dass dem SC seit dem Weggang von Grifo (und von Maximilian Philipp) abhanden gekommen ist. Die Verpflichtung Grifos nährt die Hoffnung darauf, dass die SC-Stürmer Nils Petersen und Florian Niederlechner künftig besser in Szene gesetzt werden. Doch die Last, an diese alten Zeiten anzuknüpfen, wiegt schwer – auf Grifo, und auf dem SC Freiburg.

Matthias Joers

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