Erfolgreich dank Europa

IHK-Präsident sieht Wirtschaft auf Erfolgskurs und warnt vor Populisten

Optimismus für 2019: Der Präsident der Industrie und Handelskammer Südlicher Oberrhein (IHK) Freiburg, Steffen Auer (Lahr), hat beim Neujahrsempfang der Kammer im Freiburger Konzerthaus am Montag vor mehr als 1.000 Vertretern aus Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft eine positive Prognose für die Wirtschaft in der Region und in Deutschland abgegeben: Bundesweit erwarte man für das neue Jahr 500.000 neue Arbeitsplätze. Gleichzeitig sei die gute Lage in Deutschland kein Selbstläufer, so Auer mit Blick auf die Handelsstreitigkeiten zwischen den USA und China und den Brexit, der „ein Lehrstück“ für die regionale Wirtschaft und nicht ohne Folgen bleiben werde.
Beim Brexit seien „erhebliche Einschnitte“ auch für die Betriebe in Südbaden zu erwarten. Probleme und Krisen würden dadurch befeuert, dass es in Teilen von Politik und Bevölkerung eine „rein emotionale Ablehnung“ von Institutionen und Strukturen wie der EU gebe, die in Wirklichkeit Eckpfeiler der Stabilität in Deutschland seien. „Hier brauchen wir eine Gegenstrategie“, so der Ortenauer Unternehmer mit Blick auf den Populismus in Gesellschaft und Politik.
Gerade für die Oberrheinregion sei Europa „eine Identitätsfrage“: Deshalb sei es zum Beispiel richtig, die Umwandlung des AKW-Geländes in Fessenheim im Elsass und die Schaffung neuer Unternehmensstandorte und Arbeitsplätze dort gemeinsam zu gestalten. „Wir sind dankbar, dass die Entscheidung für die Schließung des Atomkraftwerks getroffen worden ist“, so Auer. Nun sei es wichtig, dass die Region von der Politik in Paris und Berlin Gestaltungsfreiräume für die Zukunft des Standorts erhalte.
Auer plädierte zudem für mehr politische Anstrengungen beim Ausbau der digitalen Infrastruktur und der Verkehrsinfrastruktur in Südbaden. Und: Die Zuwanderung von Fachkräften dürfe angesichts des demografischen Wandels in der Gesellschaft nicht zu schwer gestaltet werden, hier drohe andernfalls eine „signifikante Wachstumsbremse“ für die Region.

Bernd Peters

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