Nicht kuscheln, sondern siegen

Bei der Kleintierschau auf der Freiburger Messe wetteiferten die Kaninchen- und Vogelzüchter der Region um Titel

Wenn die Kreisschau der Rassekaninchen- und Rassegeflügelzüchter Station auf der Freiburger Messe macht, dann wird gescharrt, gekräht und gewetteifert. Wieder einmal wurden am Wochenende die schönsten Tiere aus Freiburg und dem Umland prämiert – über 1.300 Kaninchen sowie 900 Hühner und Tauben insgesamt.

Der erste Eindruck
Wer die Messehalle 3 betritt, der weiß, woran er ist – schon im Eingangsbereich. Tierfutter- oder Transportbox-Hersteller haben ihre Stände aufgebaut, der Geruch nach Stall und lautes Krähen aus dem hinteren Bereich der Halle lassen keinen Zweifel: Hier stehen die Tiere im Mittelpunkt. Gut besucht ist es, strahlende Kinderaugen an den Käfigreihen, in denen die flauschigen Langohren sitzen. Ein wenig getrübt wird der Eindruck von eben diesen Käfigen, in denen die Tiere recht beschäftigungslos sitzen. Keines der Tiere soll sich verletzen oder sich beim Balgen kostbares Fell ausreißen. Schön sind sie, die unzähligen Kaninchen und Vögel in der Messehalle, deren schiere Anzahl den Laien schon staunen lässt.

Der Nachwuchs
„Die Kleintierzucht hat ein echtes Nachwuchsproblem“, weiß Karl-Friedrich Gassert, Vorsitzender des Kreisverbandes der Rassekaninchenzüchter. „Es ist halt ein teueres Hobby, das 365 Tage im Jahr in Anspruch nimmt.“ Ein paar junge Kandidaten findet man dann aber doch, wie den 19-jährigen Michael Hog von den Kleintierfreunden aus St. Märgen. „Ich kam über meine Eltern dazu“, sagt der Nachwuchs-Kaninchenzüchter. „Ich habe schon immer Kaninchen gehalten – und da meine Eltern im Verein waren, bin ich auch eingestiegen. Für mich ist das ein tolles Hobby.“

Die Bewertung
Sieht etwas rabiat aus und ist penibel, bis unter das Fell. Kopf- und Körperform, Ohren, Farbe, gleichmäßige Fellstruktur und nicht zuletzt auch der Gesundheitszustand geben Punkte. Der warme Herbst habe für Punktabzüge bei einigen Tieren gesorgt, glaubt Karl-Friedrich Gassert. „Da ist der Fellwechsel noch nicht ganz vollzogen und dann sehen sie ein bisschen Struppig aus.“ Mehr als zwei bis drei Schauen werden einem Kaninchen in seinem Leben übrigens nicht zugetraut. „Danach wird es nach Möglichkeit ein Zuchtkaninchen und dafür auch an andere Züchter verkauft.“

Die Sieger
Auch Tiere des Freiburger Kreisverbandes dürfen sich in die Siegerriege einreihen – unter ihnen einschlägige Rassen wie der große „Wiener“, das weiche Satin- sowie diverse Holländer-Kaninchen – viele leben auf dem Gelände des Kleintierzuchtvereins Freiburg St. Georgen.

Hühner und Tauben
Über 900 Hühner und Tauben sorgen für mächtig Lärm in der Messehalle – und für manchen Hingucker. Von den exotischen Trommeltauben bis zum Augsburger (rundes Bild) und dem Houdan mit seiner auffälligen Frisur bei den Hühnern – Laien kommen vor lauter Rassenvielfalt kaum hinterher.

Benjamin Resetz

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