Freiburg freut sich auf Europa

Von der zweiten Liga in die Europa League: Wie Aufsteiger Freiburg die große Sensation gelang

„Freuropa“ – mit diesem Slogan feiert der SC Freiburg seine Saison. Die bescherte dem Klub nicht nur den Klassenerhalt, sondern auch das Ticket zur Europa-League-Qualifikation. Ein Erfolg, den sich das Team verdient hat.

Wenn demnächst in der Geschäftstelle von DFB-Pokalsieger Dortmund eine Kiste Wein abgegeben wird, dann ist dies der Schlusspunkt unter einer in vielerlei Hinsicht erfolgreich verlaufenen Saison des SC Freiburg. Fritz Keller, SC-Präsident dund Winzer von Beruf, versprach dem BVB ein paar Flaschen Wein – und zwar mit gutem Recht: Nur dank des Dortmunder Pokalsiegs ist Freiburg als Tabellensiebter im internationalen Geschäft dabei. Am Donnerstag, 27. Juli steigt der SC in die dritte Qualifikationsrunde zur Europa League ein. Ausgelost wird am 14. Juli, die Gegner stehen nach Ende der zweiten Quali-Runde am 20. Juli fest. Wer hätte das gedacht? Als Trainer Christian Streich und sein Team am ersten Spieltag bei der Berliner Hertha 1:2 verloren, lagen Weinpräsente noch in weiter Ferne. Der Klassenerhalt stand für den Aufsteiger über allem. Doch dank ihrer kompakten und laufintensiven Spielweise erwies sich die Freiburger Mannschaft überaus wettbewerbsfähig. Die 3.997 gelaufenen Kilometer, die Freiburg zurücklegte (Liga-Durchschnitt: 3.821 Kilometer), sprechen Bände. Die mannschaftsinterne Chemie stimmte ebenfalls. Ohne zu Murren setzten sich Topspieler wie Nils Petersen oder verdiente Akteure wie Kapitän Julian Schuster und Karim Guédé auf die Bank, wenn es Trainer Christian Streich von ihnen verlangte. Die starke Saison weckt jedoch Begehrlichkeiten. Offensivspieler Vincenzo Grifo wurde bereits offiziell in Mönchengladbach vorgestellt – sein Wechsel hatte sich seit Wochen angekündigt. „Es wird Veränderungen geben“, sagte Streich kürzlich. Zweitligist Union Berlin will laut „Kicker“ Marc Torrejon verpflichten. Und nach wie vor steht ein Abgang von Maximilian Philipp im Raum – hier soll die Ablösesumme, die bezahlt werden müsste, der Knackpunkt sein. Leicht wird die kommende Saison nicht, das ahnt Streich: „Wir müssen gut in die Vorbereitung gehen. Ab dem ersten Tag muss alles in eine Richtung laufen“, sagt er. Aber die Vorfreude auf die neue Saison und das Abenteuer Europa ist schon jetzt riesig. Seinen Fans teilte der Klub bereits den Termin für das Europa-League-Finale mit (16. Mai 2018 in Lyon). Ganz ernst gemeint ist der Hinweis auf der SC-Homepage wohl nicht. Aber wohin Träume führen können, weiß man in Freiburg nach dieser Saison nur allzu gut.Matthias Eisele

 

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