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FWTM-Chef Bernd Dallmann: „Das Ganze ist eine schöne Chance für eine junge, lebendige und urbane Stadt“

Es war ein überraschender Erfolg für die Fraktionsgemeinschaft „JPG“ im Freiburger Gemeinderat, als im April der Antrag für die Einrichtung der Stelle eines „Pop-Beauftragten“ in Freiburg durchkam. Nun plant die städtische Wirtschaftsförderung FWTM die Ausgestaltung dieser Stelle.

FWTM-Geschäftsführer Bernd Dallmann sieht darin viele Chancen: „Die Schaffung eines Pop-Beauftragten ist für die vielen Musiker in unserer Stadt sehr erfreulich“. So könne man sich intensiver um die Sparte Musik kümmern, vor allem, weil Freiburg eine junge Stadt für Studenten, junge Akademiker und Fachkräfte sei, für die die Attraktivität der Stadt von großer Bedeutung sei. Bei der Gestaltung der Stelle sieht Dallmann noch Spielräume: „Jede Stadt, die einen solchen Beauftragten stellt, legt individuelle Schwerpunkte. Dies werden wir nun auch gemeinsam mit den Fraktionen und dem Rathaus für Freiburg machen“. Meistens gehe es darum, wichtige Kontakte herzustellen, Beratung und Coaching für Musiker anzubieten, Auftrittsmöglichkeiten zu akquirieren und Infrastrukturmaßnahmen zu fördern, wie Bühnen, Clubs und Proberäume. „Die Diskussion über einen Pop-Beauftragten gibt es in Freiburg spätestens seit 2008“, erinnert sich Dallmann. „Dass die IG Subkultur das Thema wieder aufgegriffen hat, ist sehr erfreulich.“ Die IG ist ein Zusammenschluss von Kulturschaffenden sowie Kollektiven und Vereinen aus der Club-, Jugend- und Popkultur. „Über den Namen lässt sich streiten“, so der Wirtschaftsförderer, „aber die Forderungen die sie haben, sollten wir ernsthaft diskutieren. Das Ganze ist eine schöne Chance für eine junge, lebendige und urbane Stadt“. Dass der „Pop-Beauftragte“ keine Schönwettereinrichtung werden soll, steht für Dallmann mit Blick auf die schwelenden Konflikte mit lärmgeplagten Anwohnern der Altstadt außer Frage: „Das ist bestimmt der potentiell schwierigste Part eines oder einer Popbeauftragten. Ein Beauftragter kann den Konflikt im besten Fall auf eine andere Ebene bringen, indem er Kompromissvorschläge unterbreitet und die Diskussion konstruktiv begleitet.“ Bevor es soweit ist, muss allerdings erst einmal eine passende Besetzung für die Teilzeitstelle des oder der „Pop-Beauftragten“ bei der FWTM gefunden werden. Die bewilligten 50.000 Euro für die kommenden zwei Jahre seien dafür nicht allzu viel Geld, findet Bernd Dallmann. „Zumal es ja eine zusätzliche Stelle bei der FWTM geben soll. Der oder die Beauftragte sollte gute Kontakte zu allen Bereichen der Musikkultur aufbauen und beratend und förderlich zur Seite stehen, punktuell sogar gemeinsame Projekte entwickeln.“ Es gehe aber nicht darum, die eigenen Initiative der Jugend- und Popkultur zu übernehmen, denn „das sollte sich weiterhin aus der Szene selbst entwickeln“.Bernd Peters

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