Der SC schwingt sich aufs Rad

Ein neuer Hauptsponsor in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – das spricht für die Attraktivität des Vereins

Auch wenn der SC Freiburg sportlich zuletzt einen Dämpfer zu verdauen hat: Wirtschaftlich steht der SC glänzend da. Ausdruck der hohen Attraktivität, die der SC seit Jahren ausstrahlt, ist die erfolgreiche Suche nach einem neuen Hauptsponsor: Mit der Firma Jobrad fand der Verein einen Partner, der zu ihm passt.Beim Neujahrsempfang im Europa-Park wurde das Geheimnis gelüftet: Der Freiburger Dienstradleasing-Anbieter Jobrad wird ab dem Sommer neuer SC-Hauptsponsor. Das passt wie „Deckel auf Topf“, sagt SC-Finanzvorstand Oliver Leki. Schon seit Längerem stand fest, dass die erst ein halbes Jahr andauernde Ehe zwischen dem SC und dem Online-Autohändler Cazoo in die Brüche gehen würde – die Engländer waren in wirtschaftliche Probleme geraten und stoppten daher ihre Expansion auf das europäische Festland. Also begab sich der SC erneut auf die Suche und wurde mit Jobrad fündig.
Dass es dem Verein in wirtschaftlichen turbulenten Zeiten gelungen ist, einen neuen Hauptsponsor zu finden, der dazu auch noch aus Freiburg stammt, darf als Überraschungscoup gewertet werden. Schon 2021 hatte Leki bei der Suche nach einem Namenssponsor für das SC-Stadion festgestellt, wie schwierig es ist, in Zeiten von Corona, Inflation und Krieg zahlungswillige Partner für die wirtschaftlich bedeutendsten Sponsoring-Plätze – und damit die teuersten – zu finden. Aber: Der SC ist wirtschaftlich stabil, er belegt seit Jahren in den Beliebt-heitsrankings der Liga die vorderen Plätze und war zuletzt auch sportlich so erfolgreich wie nie. Durch das neue Europa-Park Stadion hat der Verein die Zahl seiner Sponsoren verdoppelt. Die Zahl der Mitglieder steuert auf 50.000 zu.
Entsprechend groß ist die Freude über den Jobrad-Deal. „Jobrad ist nicht nur deutschlandweiter Marktführer im Dienstradleasing und bereits über die Landesgrenzen hinaus aktiv, sondern passt mit dem Thema nachhaltige Mobilität, seinen Wurzeln in der Fahrradstadt Freiburg, seinem Wertegerüst und dem sympathischen Auftreten hervorragend zum SC Freiburg“, sagt Leki.
Nicht weniger euphorisch klingt Jobrad-Gründer Ulrich Prediger: „Jobrad und der SC Freiburg passen sehr gut zusammen“, sagt er. Er verhehlt aber nicht, dass diese Entwicklung lange undenkbar war: „Wir haben 2012 das erste Mal Kontakt zum SC gehabt. Da ging es um fünf Fahrräder. Der SC Freiburg wollte für uns ein bisschen Werbung machen, aber wir brauchten damals Geld.“ Seitdem hat Jobrad aber wie der SC eine rasante Entwicklung genommen. Über 50.000 Arbeitgeber mit mehr als fünf Millionen Beschäftigten leasen Dienstfahrräder über Jobrad, darunter Großkunden wie Bosch, SAP und die Deutsche Bahn. Zuletzt machte die Firma mehr als 600 Millionen Euro Umsatz.
Der SC schwingt sich also aufs Rad: Auf den Trikots der Profis, der U23 und auch auf den Ärmeln der SC-Frauen prangt künftig das Jobrad-Logo. „Beide Unternehmen haben gerade einen Lauf“, sagt Ulrich Prediger. Mit der finanziellen Hilfe des neuen Hauptsponsors soll das möglichst so bleiben.

Matthias Joers

„Beide Unternehmen haben gerade einen Lauf.“
Ulrich Prediger, Gründer von Jobrad über den SC und Jobrad

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