„Wir geben weiterhin Gas“

Wie gut, dass Englische Woche ist: Interview mit SC-Angreifer Lucas Höler über die Gründe für das 0:6 in Wolfsburg und die Lehren daraus

Beim Stand von 0:4 wurde Lucas Höler (28) beim SC-Debakel in Wolfsburg eingewechselt – und hatte zwei Minuten später gleich eine gute Einschusschance, die der Angreifer jedoch vergab. Aus seiner Sicht fehlten dem SC in Wolfsburg die „Grundtugenden“, sagt Höler im Gespräch mit Wochenbericht-Redakteur Matthias Joers. Im Spiel gegen Frankfurt soll das besser werden.

Ein 0:6 in Wolfsburg: Steckt das Spiel noch in den Knochen?

Lucas Höler: Ja, klar steckt das noch in den Knochen. So wie jedes Spiel einen Tag danach noch in den Knochen steckt. Man denkt auch deshalb darüber nach, weil wir so oft noch nicht so hoch verloren haben.

Haben Sie eine Erklärung parat für dieses Ergebnis?

Höler: Wir haben gegen einen richtig guten Gegner gespielt und sind einfach nicht an unsere Leistungsgrenze gekommen. Wolfsburg hatte auch das Spielglück auf seiner Seite, sie machen die Tore zum richtigen Zeitpunkt. Am Ende ist das Ergebnis ein bisschen zu hoch ausgefallen. Solche Tage gibt es. Ich hoffe nur, in dieser Saison passiert uns das nicht mehr.

Das frühe 0:1 spielte Wolfsburg in die Karten. In der Folge hatte der SC aber die Chance zum Ausgleich. Was ist danach passiert?

Höler: So ein frühes 0:1 schockt einen. Wir hatten uns viel vorgenommen, und plötzlich liegen wir direkt zurück. Wir waren dann ganz gut im Spiel und machen mit etwas Glück den Ausgleich. Direkt in unserer Drangphase macht der VfL das zweite Tor, vor der Halbzeit das dritte. Dann wird es natürlich schwierig.

Welche Lehren kann das Team aus dem 0:6 ziehen?

Höler: Wir müssen genau analysieren, woran es gelegen hat – abgesehen von den Grundprinzipien, die nicht auf dem Platz zu sehen waren. Eine Lehre aus dem Spiel ist aber: Wir haben eine richtige Abreibung bekommen und so dürfen wir einfach nicht nochmal auftreten.

Das heißt abhaken, weil jetzt mit Frankfurt ein starker Gegner kommt?

Höler: Ja. Zum Glück haben wir eine Englische Woche, so dass man das Ergebnis nicht eine Woche mit sich herumschleppen muss. Es ist auch gut, dass wir einen richtig guten Gegner bekommen. Da müssen wir ein ganz anderes Gesicht zeigen.

Warum ist Ihnen jetzt ein starker Gegner wie Frankfurt lieber?

Höler: Natürlich muss man gegen jeden Gegner komplett da sein. Aber für uns ist jetzt besser, einen richtig starken Gegner zu bekommen – obwohl es in der Bundesliga eigentlich keine leichten Gegner gibt. Aber gegen Frankfurt werden wir richtig gefordert sein. Das ist in dieser Situation gut so.

Welche Rolle hat es gespielt, dass in Wolfsburg Vincenzo Grifo und Philipp Lienhart gefehlt haben – zwei Spieler, die in der Hinrunde sehr wichtig für das Team waren?

Höler: Dass Vince gefehlt hat, merkt man auf jeden Fall. Er ist ein absolut wichtiger Spieler für uns. Wenn er einen Tag vorher ausfällt, ist das extrem ärgerlich. Philipp war zwar zwei, drei Wochen verletzt und hat davor gar nicht trainiert. Das ist noch mal was ganz anderes. Aber es lag jetzt nicht am Fehlen von Vince, dass wir so hoch verloren haben, sondern an den elf Spielern, die auf dem Platz standen und auch an denen, die reingekommen sind.

Was ist Ihr persönliches Ziel für die Rückrunde?

Höler: Mein persönliches Ziel ist es, so viel zu spielen wie möglich und alles aufzuholen, was ich verpasst habe. Und natürlich der Mannschaft zu helfen.

Von der Partie in Wolfsburg lässt sich die Mannschaft nicht aus der Bahn werfen?

Höler: Nein, das wäre schlecht, wenn wir das zulassen würden. Wir geben weiterhin Gas und versuchen, das Bestmögliche rauszuholen.

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