Wo Darts auch in Freiburg boomt

Nach der Darts-WM: Die neu gegründete Steeldarts-Abteilung des ESV Freiburg erlebt einen großen Andrang

Der seit Jahren anhaltende Boom um den Darts-Sport trägt auch in und um Freiburg Früchte: Anfang Februar geben sich die Stars der Szene bei einem Darts-Event im Europa-Park die Ehre, darunter der deutsche WM-Held „Gaga“ Clemens. Und in Freiburg kann sich der ESV Freiburg kaum vor Anfragen retten: Grund ist die neue Steeldarts-Abteilung des Vereins.Am Montagabend wurde im Fitnessraum des Eisenbahner-Sportvereins Freiburg (ESV) fleißig gewerkelt: „Wir sind aktuell dabei die Anzahl der Boards auszubauen“, berichtet Ulli Söllner. Gemeinsam mit einigen seiner Vereinskollegen ergänzte er die bestehenden drei Dartboards um zwei weitere. Notgedrungen. Denn nach einem öffentlichen Aufruf, dass die neu gegründete Steeldarts-Abteilung – die einzige in Freiburg – noch Mitglieder sucht, wurde der ESV förmlich überrannt.


Es gilt, die Balance zu finden
„Die Resonanz ist riesig. Wir sind aktuell schon am Überlegen, wie wir das auffangen können“, berichtet Söllner. Circa 35 Darts-Sportler umfasst die junge Abteilung mittlerweile. Aufgrund des großen Zulaufs wurde kürzlich sogar ein zusätzlicher Trainingsabend eingeführt.
Die ESV-ler spielen Steeldarts. Anders als bei einem elektronischen Dartsboard haben die Pfeile Metallspitzen. Die Pfeile liegen etwas schwerer in der Hand, auch das Geräusch beim Auftreffen auf die Scheibe ist ein ganz anderes als beim E-Darts. Für Ulli Söllner liegt der Reiz am Darts-Sport zum einen an der geringen Einstiegshürde: „Man braucht nicht viel, sondern nur eine Scheibe und drei Pfeile.“ Dann geht es darum, sich in einen Flow zu werfen: „Es kommt auf die Balance zwischen Anspannung und Lockerheit an. Wenn man zu angespannt ist, wird es nichts, und wenn man zu locker ist, auch nicht.“ Nicht anders sei es bei den Profis, so Söllner, die wie zuletzt bei der WM vor Tausenden von feiernden Fans ihre Pfeile warfen.
Am Samstag, 4. Februar ist der Europa-Park in Rust Gastgeber einer Dartsgala mit den Stars der Szene – darunter dem fünfmaligen Weltmeister Raymond van Barneveld und dem deutschen WM-Helden Gabriel „Gaga“ Clemens (Restkarten gibt es unter 0 78 22 77 – 66 88). Seit Jahren findet das Event statt und wird immer beliebter. Dass Darts aktuell so boomt sei aber nicht erst seit Clemens Erfolgen so, sagt Söllner. „Natürlich passt es für uns optimal, dass Gaga Clemens jetzt bei der WM so erfolgreich war. Aber die Leute, die bei uns landen, sind schon wesentlich länger mit dem Thema beschäftigt.“
So habe es in Freiburg vor einigen Jahren eine lebhafte Dartsszene gegeben, mit sechs oder sieben Vereinen, so Söllner. Das sei dann aber im Sande verlaufen. Er, sein 15-jähriger Sohn Felix und dem früher in Freiburg aktiven Darts-Spieler Martin Kraus hatten zuerst eine kleine Freizeitgruppe im Vauban. Dann gründeten sie im vergangen März beim ESV die neue Abteilung. Mit dieser ist die Teilnahme an einer Freizeitliga in der Ortenau sowie die Organisation eines Darts-Turniers in Freiburg geplant. Sohn Felix spielte bereits die ersten Turniere. Neben Fähigkeiten im Kopfrechnen, um schnell die richtigen Checkout-Wege zu finden, brauche es für Darts eine mentale Stärke, sagt Söllner. „Trainingsweltmeister gibt es viele. Aber erst im Eins-gegen-Eins zeigt sich, wer wirklich stark ist.“ Und natürlich, sagt Söllner, ist es ein geselliger Sport – und doch viel mehr als nur ein Kneipensport.


Matthias Joers

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