Stadthalle: Wie geht es weiter?

Hochgradig einsturzgefährdet ist das Gebäude – weiteres Gutachten soll zukünftiges Vorgehen klären

Hier kommt keiner mehr rein – die alte Stadthalle am Messplatz ist so marode, dass Betreten verboten ist. Was passiert nun mit dem beinahe 70 Jahre alten Bau? Und was bedeutet das für die bisherigen Nutzer, wie beispielsweise die Musikschule?„Überraschend“ kam für Beatrix Tappeser, die Vorsitzende des Bürgervereins Oberwiehre-Waldsee die Schließung der alten Stadthalle vor Weihnachten. Dass das markante Gebäude, „das unsere drei Stadtteile maßgeblich prägt“, marode ist, sei allen bekannt gewesen. „Dass aber die Statik so sehr beeinträchtig ist, dass nun gar niemand mehr das Gebäude betreten darf haben wir nicht erwartet“, gibt sie zu. Ergeben hatte das ein Gutachten, das die Stadt Freiburg an Weihnachten zum Handeln zwang. Jetzt umgibt ein Bauzaun das unter Denkmalschutz stehende Gebäude – und alle fragen sich, wie es weitergehen soll.
So wie zum Beispiel die Musikschule Freiburg. Zehn Räume hatte man in der alten Halle genutzt, rund 350 Schüler waren hier regelmäßig zum Unterricht, auch Instrumente wurden dort gelagert. Zwar durften einige Dinge kurz vor Weihnachten noch abgeholt werden „viele anderen Einrichtungsgegenstände und Unterrichtsmaterialien wie Klaviere, Notenständer, Möbel und Kommunikationstechnik sind immer noch in der Stadthalle“, vermeldet die Musikschule über ihre Website. Direktor Eckhard Hollweg ist sich aber sicher: „Für die Instrumente, beispielsweise Klaviere, die sich aktuell noch in der Stadthalle befinden und die aus Sicherheitsgründen nicht abtransportiert werden können, wird schnellst möglichst seitens der Stadt eine Lösung gefunden.“
Könnte ein Abriss nicht auch Platz für Neues schaffen? Für Beatrix Tappeser vom Bürgerverein ist klar, dass das 1954 erbaute Gebäude erhalten bleiben soll. Sie kann sich beispielsweise eine zukünftige Nutzung durch Vereine, die Musikschule oder andere Kulturschaffende oder Ehrenamtliche vorstellen, die dringend ein Zuhause suchen.


Weiteres Gutachten nötig
Die Musikschule bedauert den Verlust der Räumlichkeiten in der großen Halle, momentan weiche man an unterschiedliche Standorte in der Stadt, wie Schulen, Waldhaus oder das Haus der Jugend aus, so Hollweg, das seien aber oft nur befristet nutzbare Alternativen, „wir stehen mit der Stadt und den Gemeinderatsfraktionen im permanenten Kontakt, um eine hoffentlich dauerhafte und finanzierbare Perspektive bezüglich der Lösung der Raumprobleme der Musikschule mittelfristig zu bekommen.“ Dieses Anliegen soll auch eine von Eltern initiierte Petition mit aktuell rund 3250 Unterschriften (Stand Dienstagnachmittag) unterstützen, in der von der Stadt eigene Räumlichkeiten für die Musikschule gefordert werden. „3000 Schülerinnen und Schüler und fast so viele Familien in Freiburg sind von dieser Problematik betroffen“, heißt es hier.
Bei der Stadt hält man sich zur Zukunft der Halle noch bedeckt. Auf dem Neujahrsempfang des Bürgervereins Oberwiehre-Waldsee am vergangenen Sonntag hatte der Erste Bürgermeister Ulrich von Kirchbach die Anwesenden noch vertrösten müssen: Erstmal müssten die Gemeinderäte entsprechend informiert werden, ein weiteres Gutachten müsse zudem klären wie es weitergeht. Aktuell herrsche absolutes Betretungsverbot, da das Dach „von einer Sekunde auf die andere einfallen“ könne.

Claudia Kleinhans




Zurück