Lützerath: So erlebte ein Freiburger die Räumung

Vor Ort dabei: Klimaaktivist Gabriel Sprich schildert die Stimmung und die Ereignisse im Braunkohle-Dorf – Interview

Groß war der Protest: Die Polizei hat das von Klimaaktivisten besetzte Braunkohle-Dorf Lützerath in Nordrhein-Westfalen geräumt. Für eine Demo mit Tausenden Teilnehmern am Samstag sind nicht nur die bekannten Klimaaktivistinnen Greta Thunberg und Luisa Neubauer, sondern auch rund 250 Unterstützer aus Freiburg angereist. Wie er die Räumung und die Stimmung in Lützerath erlebt hat, schildert der 19-jährige Freiburger Klimaaktivist Gabriel Sprich im Gespräch mit Saskia Schuh.

Herr Sprich, wie haben Sie die Situation vor Ort erlebt?

Gabriel Sprich: Für mich war die Situation vor Ort sehr erschreckend. Ich bin schon länger politisch aktiv, aber das war trotzdem ein krasses Erlebnis. Mittendrin zu sein und in so einem Ausmaß zu spüren, dass die Polizei fundamental gegen einen ist. Ich bin schon vor der Räumung angereist und war bereits einige Tage im Dorf als diese begann. Am vergangenen Mittwoch ging es dann richtig los. In dieser Form haben wir nicht damit gerechnet, morgens um sechs schlugen die Alarmglocken. Obwohl in den Tagen zuvor auch schon viele Menschen da waren und bereits am 4. Januar erste Strukturen geräumt wurden, gab es bis dahin nur wenig Polizei vor Ort. Am Mittwochmorgen war das Dorf dann von Polizisten umstellt. Dann ging alles sehr schnell, wir wurden eingekesselt, da ist dann Panik ausgebrochen. Es wurde auf einem ganz anderen Level emotional, da hat es schon Tiefschläge seitens der Polizisten gegeben, es mag Aktivisten gegeben haben, die eskalieren wollten, die waren dort aber nicht dabei.

Beide Seiten – Polizei und Aktivisten werfen sich gegenseitig Gewalt vor – wie sehen Sie das?

Sprich: Es war schlimm zu sehen, wie die Leute in dieser Situation zurückgewichen sind und trotzdem wurden sie teilweise gegen einen Bauzaun geworfen oder ins Gesicht geschlagen. Lesen Sie weiter auf Seite 11

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