„Kältepools“ für Dreisam-Fische

So sollen die Tiere in heißen und trockenen Sommern überleben – Auch Badende machen den Fischen zu schaffen

In trockenen und heißen Sommern wie in diesem Jahr haben die Fische in der Dreisam kaum eine Chance zu Überleben. Das soll sich nun ändern. Das Regierungspräsidium schafft Kaltwasserpools, in die sich Arten wie die Bachforelle oder die Äsche bei Niedrigwasser zurückziehen können. Aber nicht nur das niedrige Wasser, auch die vielen badenden Menschen im Sommer sind für die Fische ein Problem.

Auf Höhe der Brauerei Ganter wird das Pilotprojekt jetzt umgesetzt: Vergangene Woche startete der Bau von mehrerer Kaltwasserpools für Fische auf einem rund 400 Meter langen Teil der Dreisam zwischen Leo-Wohleb-Brücke und der Brücke Fabrikstraße in der Oberau. Hier werden tiefe Stellen geschaffen, bei denen auch in Hitzesommern die Wassertemperaturen für Fische noch einigermaßen erträglich sind. Wurzelstöcke, massive Baumstämme aus dem Stadtwald sowie ein Strömungstrichter aus großen Granitsteinen werden in die Dreisam eingebracht und mit Stahlankern und großen Holzpfählen in der Gewässersohle befestigt, damit sie auch bei Hochwasser nicht wegschwimmen. Die eingebauten Baumwurzeln bieten Fischen Schutz und Deckung vor Fressfeinden wie Graureiher und Kormoran.„Wir haben uns bereits im Frühjahr mit dem Landesfischereiverband Baden-Württemberg, der IG Dreisam und dem Angelsportverein Freiburg zusammengesetzt, um in einem gemeinsamen Pilotprojekt nach Möglichkeiten zu suchen, die den Fischen und Gewässerorganismen in Trockenzeiten zumindest an einigen Stellen das Überleben sichern“, berichtete Bernd Walser vom Landesbetrieb Gewässer des RP bei einem Vor-Ort-Termin am Freitag.Beim Abfischen vor den Bauarbeiten wurden sieben Fischarten entdeckt: „insbesondere Kleinfische wie Neunauge, Groppe und Schneider aber auch größere Fische wie Döbel, Bachforelle und Barbe“, so Claudio Schill vom Landesfischereiverband.Ob das Projekt ein Erfolg ist, soll ein Monitoringprogramm zeigen: dafür werden die Fischbestände und die Wassertemperatur überwacht und dokumentiert. Wenn es funktioniert, könnten dann solche Bauwerke an weiteren Stellen in der Dreisam entstehen. Die Kosten von rund 30.000 Euro übernimmt der Landesbetrieb. Der Angelsportverein Freiburg beteiligt sich mit rund 2.000 Euro, Ende dieser Woche sollen die Bauarbeiten abgeschlossen sein. Ein Problem ist aber nicht nur das niedrige Wasser, sondern auch die vielen Menschen, die in der Dreisam Abkühlung suchen. „In Hitzesommern macht insbesondere die intensive Freizeitnutzung der Dreisam in Freiburg den Fischen zu schaffen, wir müssen dieses wichtige Areal schützen“, betont Claudio Schill. Deshalb müsse es das Ziel sein, das Baden in dem Dreisam-abschnitt mit den Kaltwasserpools bei Niedrigwasser zu verbieten. Bernd Walser kündigte hierzu Gespräche mit der Stadt Freiburg an, die für ein Verbot zuständig sei.Saskia Schuh

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Derzeit entstehen in der Dreisam sogenannteKältepoolszumSchutz der Fische in heißen und trockenen Sommern: Franz Bühler (v.l.) vom Angelsportverein Freiburg, BerndWalser vom Regierungspräsidium, Herbert Kaiser von der Fischereiaufsicht des RP, Claudio Schill vom Landesfischereiverband und Bernd Kowalke von der IG Dreisam sind bei dem Pilotprojekt dabei und informierten beim Vor-Ort-Termin über die Bauarbeiten. FOTO: SCHUH