Energie: Weniger ist mehr

Energiesparen ist aktuell ein heißes Thema – auch in Freiburg ist Beratung gesucht

Das Gas durch Nord Stream 1 fließt wieder – doch die Ostsee-Pipeline zwischen Russland und Deutschland läuft nicht auf Volllast: Nur 20 Prozent kommen aktuell an. Die Politik bereitet die Bürger für einen Winter vor, in dem wohl nur noch der Mangel verwaltet wird. Sparen ist angesagt. In Freiburg gibt beispielsweise die Energieagentur Regio Freiburg Tipps für eine weniger energieintensive Zukunft.„Bei unseren Hotlines zur energetischen Gebäudesanierung ist die Nachfrage extrem hoch“, erzählt Florian Schmid, „die Anruferzahlen sind in letzter Zeit praktisch explodiert.“ Schmid ist bei der Energieagentur Regio Freiburg seit fast zehn Jahren Projektleiter für Energiesparprojekte in Schulen und Energieberatungen für Wohn- und Nichtwohngebäude. Bei der Energieagentur können sich Freiburger und Kunden des regionalen Energieversorgers EWS-Schönau kostenlos zu verschiedenen Themen rund um Energiesparen und Gebäudesanierung beraten lassen. Und das wird gut angenommen.


Alle wollen weg von Öl und Gas
Neben der Energieagentur bieten beispielsweise auch die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg oder „Zukunft Altbau“ kostenlose Beratungen an. „Der Schwerpunkt der Fragen betrifft Photovoltaik und die Umstellung der Heizung, wenn möglich weg von Öl und Gas“, berichtet Schmid, „viele machen sich aktuell auch über eine Wärmepumpe Gedanken, selbst wenn die Gebäude Heizkörper verbaut haben. Letztlich kommt es einfach auf die benötigte Heizungsvorlauftemperatur an. Diese sollte bei Wärmepumpen nicht viel höher als 50 Grad Celsius betragen, damit die Wärmepumpe effizient arbeitet“. Diese lasse sich ideal mit einer PV-Anlage ergänzen.
Auch die Kommunen machen sich zunehmend fit für die Zukunft, zum Beispiel mit Fernwärme – „mit Wärmeplänen und Förderungen lässt sich hier viel erreichen“, findet Schmid.
Und die Jüngsten sollen ebenfalls fürs Energiesparen sensibilisiert werden: Zum Beispiel durch Energiesparunterricht, den die Energieagentur Regio Freiburg in den Landkreisen Breisgau-Hochschwarzwald, Emmendingen und im Stadtkreis Freiburg für die Klassen 1 bis 11 anbietet. Er besteht aus zwei Doppelstunden pro Gruppe – Thema ist dann Klimaschutz und Energiesparen.
Schmid hat auch Tipps zum Energiesparen im Privathaushalt: „Ein erster Schritt wäre schon einmal, zu überprüfen, ob die Heizungspumpe jetzt im Sommer auch tatsächlich abgeschaltet ist. Denn das spart Heizenergie und Strom.“ Auch sinnvoll: den Kühlschrank auf etwa 7 Grad Celsius einstellen, das mindert den Verbrauch. „Ich schalte meinen Kühlschrank sogar fünf Monate im Jahr über den Winter ab. Ich habe meine Lebensmittel dann in einem Schränkchen auf dem Balkon“, so Schmid. Zudem rät er zu Waschen und Spülen mit niedrigen Temperaturen und wenn möglich keinen Trockner zu nutzen. Auch eine moderne hocheffiziente Umwälzpumpe der Heizung kann helfen. Für den Winter rät Schmid: „Besser wenige Räume beheizen und Türen geschlossen halten. Dann kann die warme Raumluft nicht so einfach in den unbeheizten Flur entweichen. Zudem gelangt dadurch auch nicht so viel Feuchte in unbeheizte Räume, was bei ungedämmten Gebäuden zu Problemen führen könnte, wenn nicht darauf geachtet wird.“

Claudia Kleinhans

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