Ein Update für den Schlossberg

Neues Wegeleitsystem, Infotafeln und Erlebnisstationen – wie die Stadt den Schlossberg aufwerten will

Der Schlossberg ist in den vergangenen Jahren von der Stadt Freiburg eher stiefmütterlich behandelt worden. Dabei ist das Potenzial des Naherholungsgebiets groß und noch bei weitem nicht ausgeschöpft, wie ein Tourismusgutachten von 2017 ergab. Jetzt geht die Stadt das Problem an. Wir listen auf, was geplant ist.Die ersten Arbeiten für das touristische Aufwertungsprogramm Schlossberg (TAPS) haben begonnen. Bis Ende September sollen die von der Freiburg Wirtschaft Touristik und Messe GmbH & Co. KG (FWTM) geplanten Maßnahmen beendet sein – und dem Schlossberg eine dringend benötigte Frischzellenkur bringen.


Was genau ist geplant?
In den kommenden Monaten erhält der Schlossberg ein neues Wegeleitsystem, insgesamt 25 neue Informationstafeln sowie zahlreiche Erlebnisstationen. So sollen an verschiedenen Stellen Ruheliegen und sogenannten „Zeitspiralen“ aufgestellt werden, das sind Liegen in Spiralform. Kommen werden auch spezielle 3D-Guckkästen, die einen Eindruck von der historischen Festungsanlage vermitteln, eine große Kugelbahn, für die Kinder vor Ort Kugeln kaufen und kullern lassen können, ein 3D-Tastmodell der Festungsanlage sowie vier Panoramatafeln, die über die Sehenswürdigkeiten rund um Freiburg informieren. Aktuell laufen die ersten Fundamentarbeiten.


Warum die Aufwertung?
Ziel der Stadt ist es, den Schlossberg für ortsfremde Gäste, aber auch für Einheimische einfacher erlebbar zu machen. Vor allem fehlt „bislang ein schlüssiges Wegeleitsystem“, heißt es bei der FWTM. Deshalb sollen nun drei neue, und anschaulich beschilderte Themenwege zwischen 2,5 und 14,2 Kilometern Länge die Orientierung erleichtern. Das soll Besuchern am Ende nicht nur dabei helfen, touristische Highlights wie den Schlossbergturm leichter zu finden – sondern die Menschen sollen auch Neues entdecken, sagt Projektleiter Dominik Vögtle von der FWTM: „Viele wissen gar nicht, wie es hinter dem Turm aussieht.“


Warum nur moderate Maßnahmen?
Trotz der touristischen Aufwertung will die FWTM eine „Eventisierung“ des Schlossbergs vermeiden. Auch deshalb sind die jetzt begonnenen Veränderungen eher zurückhaltender Art. Und doch wir nicht alles, was notwendig oder wünschenswert wäre, nun mit angepackt. So bleibt die marode Brücke, die zum Bismarckturm führt, weiterhin gesperrt. Auch die Reparatur kaputter Wege ist in dem Budget von 250.000 Euro nicht vorgesehen, da es bei dem Programm „in erster Linie um die Aufwertung der touristischen Infrastruktur geht“, sagt FWTM-Abteilungsleiterin Franziska Pankow. Aber, so Pankow: „Im Zuge der guten Zusammenarbeit mit den zuständigen städtischen Ämtern haben diese aber auch Wege saniert und weitere Maßnahmen umgesetzt“.

Matthias Joers


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