Spektakuläre Landschaften

Freiburger Long-Nong Huang begeistert mit seinen Reisefotos mehr als 215.000 Fans bei Instagram – Interview

Die wunderschöne Natur Islands oder die atemberaubende Wüste Marokkos: Seine Fotos wecken die Abenteuerlust. Freiburger Long-Nong Huang, in Breisach-Niederrimsingen aufgewachsen, begeistert mit seinen Landschaftsaufnahmen auf der Instagram-Seite „long.explorer“ mehr als 215.000 Fans. Warum seine Motive so gut ankommen und warum Reisen und Fotografieren nicht immer nur ein Traumjob ist, verrät der 26-Jährige im Gespräch mit Saskia Schuh.

Herr Huang, mit mehr als 215.000 Fans bei Instagram sind Sie wohl Freiburgs erfolgreichster Landschaftsfotograf, was ist Ihr Erfolgsrezept?

Long-Nong Huang: Die größte Rolle spielt, glaube ich, dass jeder sich danach sehnt, aus dem Alltag raus zu kommen, etwas zu sehen und zu erleben. In den vergangenen Jahrzehnten war in Deutschland vor allem Pauschalurlaub eine coole Sache, das wandelt sich, die Leute wollen individuell etwas erleben. Diese Abenteuerlust will ich mit meinen Bildern wecken, einfach raus und beispielsweise wandern gehen und dabei spektakuläre Orte zu entdecken.

Ihre Fotos zeigen nicht die typischen Instagram-Hotspots. Wie wählen Sie Ihre Motive aus?

Huang: Ich will noch besonderere Orte finden, die man sonst nicht sieht. Deshalb zieht es mich auch in Länder wie China oder Kasachstan, wo man nicht so viele Landschaftsfotografen sieht. Ich binde außerdem gerne Menschen mit ein. Wenn eine Person beispielsweise in einem wunderschönen Tal steht, auf das man blickt, dann fragt man sich automatisch, was die Person auf dem Bild fühlt oder denkt. Von einer Reise komme ich mit bis zu 5.000 Fotos zurück, davon schaffen es dann nur etwa 50 auf Instagram.

Wie haben Sie die Leidenschaft fürs Fotografieren für sich entdeckt?

Huang: Fotografie hat mich schon immer interessiert. Mein Vater hat mir meine erste Kamera für ein Auslandsjahr in Taiwan geschenkt. Total gepackt hat es mich dann in Island, weil die Landschaften dort so überwältigend sind. Während meines dualen Studiums bin ich jedes Wochenende weg gefahren, um Fotos zu machen. Vor zweieinhalb Jahren habe ich meine Leidenschaft zum Beruf gemacht und meinen Job im Eventmanagement und Marketing an den Nagel gehängt. Seitdem bin ich als selbstständiger Fotograf unterwegs. Aufgrund der Corona-Pandemie fiel vieles flach, das hat sich wieder etwas normalisiert. Ich kann gut davon leben, werde auch gesponsort und übernehme viele klassische Aufträge, beispielsweise für Tourismusregionen.

Reisen und Fotografieren, klingt für viele nach einem Traumjob, ist es das auch?

Huang: Es ist auf jeden Fall ein Traumjob, ich sehe unglaublich viele Länder und Kulturen, es ist aber auch unfassbar anstrengend. Das beste Licht zum Fotografieren ist beispielsweise morgens bei Sonnenauf- und abends bei Sonnenuntergang. Im Sommer stehe ich teilweise um drei oder vier Uhr morgens auf und wandere los, fahre später noch für weitere Fotos umher. Wenn ich im Tourismusbereich unterwegs bin, mache ich auch Videos, die am gleichen Tag online gehen sollen. Der Aufwand ist groß und ich habe nur selten einen freien Tag. Aber das nimmt man gerne in Kauf.

Welche schönen Erlebnisse sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

Huang: Da gibt es echt viele. Das erste Mal in Island mit dieser beeindruckenden Landschaft war etwas ganz Besonderes, wunderschön war es auch vor zwei Wochen in Marokko, wo ich das erste mal eine richtige Wüste gesehen habe. Man läuft barfuß durch den Sand und klettert auf Hügel, das war ein tolles Gefühl.

Ging auch mal was schief?

Huang: Auf jeden Fall. Meine Drohne ist mir in China im Dschungel abgestürzt und ich musste mich mit Einwohnern und einer Machete stundenlang durch den Dschungel kämpfen, um die Drohne zu bergen. Ich bin in Island auch schonmal mit dem Auto im Fluss hängen geblieben – natürlich im Funkloch. In Kasachstan bin ich sogar vom russischen Militär festgenommen und einen Tag lang verhört worden, weil ich auf russischem Militärgebiet Space Shuttles in einem Hangar fotografieren wollte. Wenn man viel reist, geht viel schief.

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