„Es wird einiges auf uns und mich zukommen“

Nach der Sommerpause will Matthias Ginter beim SC Freiburg wieder angreifen Eines seiner Ziele: die WM 2022

Kürzlich fand im Matthias-Ginter-Sportpark, dem nach dem 28-jährigen Fußball-Nationalspieler benannten Stadion des SC March, wo Ginter einst das Kicken lernte, das 1. Inklusive Fußballcamp der „Matthias Ginter Stiftung“ statt. Rund 70 Kinder und Jugendliche mit und ohne Handicap konnten Ginter, seine Frau Christina, die Vereinsvertreter des SC March und Ex-Schalke-Profi Ingo Anderbrügge begrüßen, der mit der westfälischen Fußballschule „Fußballfabrik“ vor Ort war. Ginter freute sich über die große Resonanz und sagte: „Bei all unseren Projekten geht um das soziale Miteinander. Fußball verbindet. Das Camp war ein großes Erlebnis für alle teilnehmenden Kinder und Jugendlichen mit und ohne Handicap.“
Beim Interview am Rande der Veranstaltung äußerte sich der Weltmeister von 2014 auch über seine für viele überraschende Rückkehr zum SC Freiburg. Nach fünf Jahren im Trikot von Borussia Mönchengladbach hatte der 291-fache Bundesligaspieler, zweimalige WM-Teilnehmer und DFB-Pokalsieger im Mai den Wechsel zu seinem Ausbildungsverein bekannt gemacht. Er hätte sich das Ausland „absolut zugetraut“, Anfragen gab es bekannterweise genügend. Doch sei „sein Wunschgedanke zum SC Freiburg zurückzukehren“, zum Glück erfüllt worden. „Es hat jetzt einfach perfekt gepasst. Ich bin glücklich, dass es geklappt hat“, so der 1,91 Meter große Innenverteidiger (46 Länderspiele). Am Ende habe alles für Freiburg gesprochen – „sportlich, emotional und menschlich“. Er wisse schließlich, was ihn hier erwarte, kenne das Trainerteam und die Mannschaft sowie das gesamte Umfeld sehr gut. „Der SCF hat sich sehr um mich bemüht“, so Ginter.
Natürlich habe SC-Trainer Christian Streich eine sehr wichtige Rolle bei seiner Rückkehr gespielt. „Die Rolle des Trainers ist immer ein ganz entscheidender Faktor. Ich bin froh, dass ich wieder mit ihm zusammenarbeiten darf. Er hat mich als Spieler und Mensch sehr stark geprägt“, sagt der gebürtige Freiburger. Streich habe ihm neben den sportlichen Dingen vor allem wertvolle Attribute wie Bodenständigkeit, Dankbarkeit und Demut mitgegeben.
Nach einem kurzen Urlaub, in dem das Ehepaar Ginter nach geglückter Wohnungssuche auch den Umzug vom Niederrhein in ihr neues Zuhause in Freiburg organisieren muss, geht es schon am 27. Juni mit dem Trainingsauftakt beim SC los. Für die Nations-League-Spiele der deutschen Nationalelf hatte Bundestrainer Hansi Flick den SC-Verteidiger nicht nominiert. Natürlich sei die WM 2022 in Katar ein großes Ziel für ihn, sagt Ginter. Aber dafür müsse er regelmäßig gute und zuverlässige Leistungen im Verein anbieten. „Es wird einiges auf uns und mich zukommen. Ich freue mich sehr auf die neue Saison“, so Ginter.
Die großen Erfolge seines alten und neuen Arbeitgebers in der zurückliegenden Saison bezeichnet er als „hart erarbeitet und verdient“. Die Entwicklung der Streich-Elf sei in den letzten Jahren überaus positiv gewesen. Das verlorene DFB-Pokal-Finale in Berlin hat Ginter natürlich verfolgt. Dort habe sich die Mannschaft hervorragend präsentiert, leider habe am Ende ein wenig Glück zum ganz großen Triumph gefehlt, so Ginter, der auch die herausragende Fanunterstützung mit über 30.000 SC-Fans im Olympiastadion heraushob.
Er selbst werde nach dem Urlaub „wieder voll angreifen“. Ginter sagt, er wolle in der neuen Saison in allen Bereichen mit dem SC das Bestmögliche erreichen. Vor allem aber freue er sich auch auf die internationalen Spiele in der Europa League.

Detlef Berger/WZO

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