Traditionsfeste in Gefahr

Mehrere Veranstaltungen abgesagt – Finanzielle Unterstützung für Veranstalter soll helfen

Nach dem Oberlindenhock und den Weintagen in St. Georgen wurde nun auch der Rathausplatzhock abgesagt. Der Grund: die Sicherheitsauflagen und deren Kosten. Um die Freiburger Traditionsfeste zu retten, soll es nun einen Fonds von 50.000 Euro geben. Doch die ehrenamtlichen Veranstalter sind skeptisch, ob das reicht. Grundlage der Sicherheitsauflagen ist die „Blaupause“ – in diesem Konzept vom Amt für Öffentliche Ordnung (AfÖ) und der Polizei sind die Mindestvoraussetzungen für die Veranstaltungen festgelegt. Beispielsweise der Einsatz von Ordnern, die für Sicherheit sorgen. Die professionelle Security ist für die ehrenamtlichen Vereine eine finanzielle Belastung, die sie nur schwer stemmen können. Die „Blaupause“ gilt für den Rathausplatzhock, den Herdermer Hock, die Weintage St. Georgen, die Straßenfasnet und den Oberlindenhock.
Die Stadt und die Ratsfraktionen wollen die Traditionsfeste nun vor dem Aus bewahren. Deshalb soll zur Unterstützung der Veranstalter ein Fonds in Höhe von 50.000 Euro eingerichtet werden, womit die Ordnerdienste finanziert werden. Außerdem soll es einen runden Tisch mit Veranstaltern, Polizei und AfÖ geben. „Die Traditionsfeste und Hocks sind ein Stück Freiburger Identität. Sie gehören seit Jahrzehnten zu Freiburg. Für manchen Stadtteilbewohner sind diese noch heute die wichtigsten Veranstaltungen des Jahres“, heißt es in dem gemeinsamen Unterstützungs-Antrag der Fraktionen (außer AfD), der im Gemeinderat beschlossen werden soll. Die Organisatoren der Feste freuen sich über das Engagement: „Wir begrüßen das und freuen uns natürlich, wenn wir finanzielle Unterstützung bekommen, denn es wird immer schwieriger, die Auflagen als ehrenamtlicher Verein zu stemmen. Es ist nur die Frage, was davon bei uns ankommt und welchen Aufwand das mit sich bringt, deshalb stehen wir dem Ganzen etwas skeptisch gegenüber. Bis zu 4.000 Euro müssen wir beim Oberlindenhock allein für die Ordner investieren, da könnte das Geld für alle Feste knapp werden“, sagt Christian Kauter-Munkelt vom Organisationsteam des Oberlindenhocks. Man freue sich auf weitere Vorschläge und wünsche sich beispielsweise auch eine Anlaufstelle, die sich nur um die Feste kümmert, „das würde schon viel helfen“.
Uwe Stasch von der Breisgauer Narrenzunft, die den Rathausplatzhock organisiert, sieht in dem Fonds einen „guten Anfang, aber die Mehrkosten, die durch die Sicherheitsauflagen entstehen, sind beachtlich. Beim Rathausplatzhock, im Vergleich eine der kleineren Veranstaltungen, liegen die Kosten für den Sicherheitsdienst bei rund 6.500 Euro.“
Der Hilfsfonds soll aus dem städtischen Haushalt finanziert werden; falls die 50.000 Euro nicht reichen, „kann der Gemeinderat die Summe bei einer entsprechenden Mehrheit aufstocken“, so Rathaussprecher Kolja Mälicke.

Saskia Schuh

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