Schlosspark-Pläne sorgen für Irritationen

Im Park des Ebneter Schlosses würden die Besitzer gerne eine Ferienwohnanlage bauen – bei den Anwohnern kommt diese Idee gar nicht gut an

Für große Unruhe sorgt im Stadtteil Ebnet die Projektidee des Schlossherrn Nikolaus von Gayling und seiner Kinder. In dem an das familieneigene Schloss angrenzenden Park möchten das Gemeinderatsmitglied und seine Erben eine Anlage mit Ferienwohnungen bauen. In das kleine Resort intergriert werden soll zudem ein Restaurant. Realisiert werden soll das Ganze im Bereich der jetzigen Reithalle, die nicht genutzt wird. Als Projektentwickler konnte die Familie von Gayling den Kirchzartener Sanierer Willi Sutter gewinnen, der auf denkmalgeschützte Altbauten spezialisiert ist und bundesweites Renommee besitzt.
In der Ebneter Nachbarschaft treffen die Pläne auf Widerstand. Eine Anwohnerinitiative befürchtet, dass durch die Ferienanlage und den Restaurantbetrieb deutlich mehr Verkehr und Lärm entstehen wird. Inzwischen wurde ein Anwalt mit der Angelegenheit betraut. Aus dem Gemeinderat kommen derweil Stimmen, die anstatt einer Ferienanlage neue Mietwohnungen fordern.
Für von Gayling ist dies jedoch keine Option. „Unsere Familie ist seit über 600 Jahren Eigentümer des Schlosses, wir möchten das gerne selbst entwicklen. Baurechtlich ist das machbar, wir müssen aber schauen, ob es auch finanzierbar ist“, erklärte Nikolaus von Gayling gegenüber dem Freiburger Wochenbericht. Für die Familie gehe es dabei um eine Weichenstellung für die Zukunft: Die Einnahmen sollen den kostspieligen Erhalt des denkmalgeschützten Schlosses sichern. Zudem warb er für die Idee, auf dem Gelände auch ein Restaurant zu errichten. „Wir wollen ganz bewusst etwas mit Qualität. Wenn man sich in Ebnet und dem Osten Freiburgs umhört, gibt es sehr viele, die das begrüßen würden. Denn so etwas fehlt hier“, betont von Gayling. Der Wunsch der Familie wäre es, dass die Bauarbeiten an dem Projekt Ende 2018 beginnen könnten. Im Falle einer Bebauungsplanänderung wäre dieser Zeitpunkt jedoch illusorisch. Von Gayling ist sich sicher, dass die „Missverständnisse“ aus dem Weg geräumt werden können.
Doch dazu müsste es wohl erstmal einen runden Tisch geben. Der war zwar anberaumt, wurde jedoch auf Anraten eines Anwalts der Anwohnerinitiative kurzfristig abgesagt. Ebnets Ortsvorsteher Bernhard Sänger hofft, dass ein solcher Schritt dennoch zustande kommt: „Ein solches Gespräch am runden Tisch muss unser aller Ziel sein und am Ende läuft es doch automatisch darauf hinaus. Es ist sehr bedauerlich, dass das bislang nicht geklappt hat. Dass in Ebnet so kontrovers diskutiert wird, liegt auch daran, dass das Projekt in seiner Tragweite sehr komplex ist, gleichzeitig aber viel zu wenig darüber bekannt ist.“Sven Meyer
 

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