Alles drängt nach draußen

Südbaden ist ein Paradies für Freizeitsportler – die positiven Effekte von Outdoor-Sport sind immens

Freiburg und sein Umland sind eine der sportlichsten Regionen der Republik. Das liegt vor allem auch an den optimalen Umgebungsbedingungen. Jetzt drängt es wieder alle nach draußen. Frische Luft und Sport wirken dabei wie ein Anti-Aging-Programm.Alle Jahre wieder zieht es mit den ersten milden Tagen die Sportler ins Freie: Jogger bevölkern die Dreisamuferwege, Mountainbiker und Rennradfahrer die Schwarzwaldgipfel – überall im Stadtgebiet sieht man Inline-Skater, Freizeitkicker und Slackliner. Kein Wunder: Freiburg genießt den Ruf, eine der sportlichsten Städte der Republik zu sein. 

Aus Sicht des Sportmediziners Stephan Prettin, Oberarzt am Institut für Bewegungs- und Arbeitsmedizin der Uniklinik, ist dies absolut begrüßenswert: „Sport ist in vielen Fällen sehr gesund. Wer regelmäßig was macht, kann einer ganzen Reihe von Erkrankungen vorbeugen – das trifft sogar auf viele Krebsarten zu“, sagt er und betont, dass vor allem die regelmäßige Bewegung wichtig sei – selbst wenn das mit Hilfe eines Elektrofahrrads geschehe. Bewegung wirke auf den Organismus wie eine hoch dosierte Arznei. Insbesondere Ausdauersportarten wie Joggen oder Radfahren bringen im Körper eine ganze Kettenreaktion von positiven Effekten in Bewegung, die gut fürs Herz sind, im Gehirn neue Nervenbahnen entstehen lassen, Muskeln aufbauen, Fett verbrennen und Knochen stärken. „Körperliche Aktivität ist zudem eine der wirkungsvollsten Präventionsmaßnahmen gegen Osteoporose“, erläutert  Prettin.

Passive Lebensweise Fehlende körperliche Bewegung ist die größte Geißel der heutigen Arbeitswelt. Wer sich jedoch jede Woche im Durchschnitt 150 Minuten sportlich betätige, würde seinem Körper schon viel Gutes tun und sei weniger anfällig für Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht und Diabetes, sagt Sportmediziner Prettin. Zusätzlich empfiehlt er, zweimal wöchentlich die großen Muskelgruppen zu trainieren.

Prettin vermutet, dass die größere Anzahl an Sonnenstunden und die optimalen Umgebungsbedingungen, die Menschen im Südwesten eher dazu animiert, aktiv zu werden als das in anderen Teilen der Republik der Fall ist. Als Indikator sieht er auch die hohe Dichte an Fahrrradfahren. Beim Outdoor-Sport spiele die psychische Kompenente eine besonders große Rolle: Durch die Eindrücke der Natur, das Licht und die Luft mache sich ein Glücksgefühl breit, das noch weit in den Berufsalltag hineinwirke. 

Aus medizinischer Sicht gebe es bei Outdoor-Aktivitäten aber auch Risiken: „Vor dem Hintergrund der steigenden Hautkrebszahlen ist ein ausreichender Sonnenschutz äußerst wichtig“, warnt Prettin.  Auch die Faktoren Pollen- und Ozonbelastung könnten für Betroffene ein Risiko darstellen. Ganz wichtig: Wer lange nichts mehr gemacht  und gesundheitliche Probleme hat, sollte vor dem ersten Training einen Check beim Hausarzt machen.

Am positiven Effekt von Sport gibt es allerdings keine Zweifel: „Körperliche Bewegung ist in unserem passiven Computerzeitalter wichtiger denn je“, betont Prettin. Sven Mey

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