Geplante Schließung der Postfiliale sorgt für Protest

Standort in der Habsburgerstraße nur noch bis 1. April geöffnet – Bürgerverein, Forum Neuburg und Stadträte wollen Dienstleistungen der Post erhalten

Trotz teils langer Warteschlangen und viel Betrieb, will die Postbank ihre große Filiale in der Habsburgerstraße 105 zum 1. April schließen. Das sorgt für Unmut: Deshalb appellieren der Bürgerverein Herdern, das Forum Neuburg sowie die Stadträte Atai Keller und Wolf-Dieter Winkler in einem offenen Brief an Postbank, DHL und die Stadt, die Postfiliale zu erhalten.
„Anlass für die Schließung ist, dass die Postbank (die zur Deutschen Bank gehört) die Filiale nicht weiter betreiben möchte. Wir möchten aber ausdrücklich betonen, dass es uns nicht in erster Linie um die Dienstleistung der Bank, sondern um die in dieser Filiale besonders stark nachgefragten Dienstleistungen der Post geht. Wir appellieren deshalb an die Deutsche Post AG, die Filiale in Eigenregie zu übernehmen und den Post- und DHL-Dienst dort – gegebenenfalls unabhängig vom Bankgeschäft und eventuell auch räumlich reduziert – aufrecht zu erhalten bzw. weiter zu betreiben“, fasst Michael Managò, einer der Sprecher des Vereins Forum Neuburg zusammen. Die von der Post genannte Alternative – ein Postschalter in einem Geschäft in der Habsburgerstraße 29 reiche nicht aus. „Der große Ansturm, der in dieser Filiale meist herrscht, kann in keiner Weise durch die genannte Partnerfiliale in dem weit entfernten Standort aufgefangen werden. Auch die sehr entfernte Hauptpost in der Eisenbahnstraße ist für die Anwohner und Geschäfte keine wirkliche Alternative“, so Michael Managò.
Deutsche Post und Postbank haben in einer gemeinsamen Mail reagiert: „Auch wenn es auf den ersten Blick anders scheint, rechnet sich eine Filiale nicht mehr überall. Wir betrachten unsere Filialgebiete regelmäßig unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Diese Prüfung haben wir auch in Freiburg durchgeführt und festgestellt, dass wir dort nicht mehr alle Filialen kostendeckend betreiben können – trotz der augenscheinlich hohen Kundenfrequenz“, heißt es darin.
Doch die Versorgung mit Post- und Bankdienstleistungen in Freiburg sei weiterhin sichergestellt. Das sieht Stadtrat Atai Keller anders: „Ein letztliches Reduzieren der Postfilialen auf die jetzt schon überlaufene Hauptpost ist kundenverachtend und entspricht nicht dem Versorgungsgebot. Besonders die älteren Menschen werden postalisch in Not geraten“, betont er.
Da es sich hier um strukturelle Maßnahmen der Post AG handle, sei es nötig, auch auf überregionaler Ebene zu agieren. „Wir fordern OB Martin Horn auf über den deutschen Städtetag tätig zu werden, um so ein gemeinsames Handeln der Städte gegen das kundenfeindliche Agieren der Post auf den Weg zu bringen“, so Keller.
Am gestrigen Dienstag kamen einige Unterstützer bei der Filiale in der Habsburgerstraße 105 zusammen, um für deren Erhalt zu demonstrieren, darunter auch der Stadtrat.


Partnerfiliale wird größer
Die Stadtverwaltung betont, dass sie im ständigen Austausch mit der Deutschen Post wegen der Postfilialen im Stadtgebiet stehe – auch wegen der geplanten Schließung habe man das Gespräch gesucht. Im Stadtteil Herdern soll die Post-Versorgung zukünftig über die Partnerfiliale in der Habsburgerstraße 29 erfolgen. „Um dort eine angemessen Versorgung gewährleisten zu können, soll es eine räumliche und personelle Erweiterung und Aufstockung bis zum 1.April geben“. Der dortige Betreiber verfüge über entsprechende Erfahrungen aus dem Stadtteil Rieselfeld, so die Stadtverwaltung.

Saskia Schuh

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