Aufruf zur Gegendemo

Corona-Großdemos am Samstag – 25 Personen bei verbotenem Montagsspaziergang

In ganz Freiburg sind unangemeldete Versammlungen von Gegnern der Corona-Politik inzwischen verboten. 25 Personen trafen sich am Montag dennoch zu einem sogenannten „Spaziergang“. Die Polizei schritt ein. Für den kommenden Samstag ruft nun ein Bündnis von Parteien, Bildungsgewerkschaft und Vereinen zu einer Anti-Querdenken-Demo auf. Auch die Querdenker wollen erneut demonstrieren.25 Personen versammelten sich laut Polizei am Montag gegen 19.30 Uhr auf dem Rathausplatz. Verbotenerweise, denn inzwischen gilt in Freiburg eine Allgemeinverfügung, die solche unangemeldeten Versammlungen untersagt. Die Polizei stellte die Identität der Personen fest und sprach ein Platzverbot aus. Ihnen droht nun ein Ordnungswidrigkeitsverfahren. Sollte die Polizei außerdem einen Veranstalter ausfindig machen, drohen dieser Person Konsequenzen. „Das wäre eine Straftat“, sagt Laura Riske von der Pressestelle der Polizei.


1.000 Gegendemonstranten
Zunächst gilt die Allgemeinverfügung bis zum 31. Januar. Die Stadt Freiburg begründet das Verbot mit „einer unmittelbaren Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung“, die von den sogenannten „Spaziergängen“ ausgingen. Deren Teilnehmer hätten keine Masken getragen, Abstände nicht eingehalten und Anweisungen der Polizei ignoriert. „Die nicht vorhandene Kooperationsbereitschaft ist für uns schon spürbar. Für unsere Kollegen ist das nicht einfach“, sagt Polizeisprecherin Riske. „Gewaltsame Übergriffe“ wie bei Coronademos in anderen Städten gebe es in Freiburg und auch im Landkreis bisher dagegen nicht. „Darüber sind wir wirklich froh“, so Riske und spricht von „weitestgehend friedlichen“ Verläufen der Demos.
Zu einer angemeldeten Demo von Gegnern der Corona-Politik am vergangenen Samstag kamen 6.000 Teilnehmer. Es war die drittgrößte Corona-Demo der Querdenker-Szene in ganz Deutschland. Auch am Samstag wollen die Maßnahmen-Gegner demonstrieren, angemeldet sind dieses Mal 7.500 Teilnehmer. Dem stellt sich das neu gegründete „Freiburger Bündnis gegen Verschwörungsideologie, Antisemitismus und Coronaverharmlosung“ entgegen, kurz FreiVAC. Angemeldet ist eine Kundgebung um 13.30 Uhr auf dem Platz der Alten Synagoge, die Veranstalter rechnen mit „mindestens“ 1.000 Teilnehmern. Das sei aber nur „eine vage Prognose“, sagt Bündnis-Sprecher Moritz Fischer. Unter anderem haben die Bundestagsabgeordnete Chantal Kopf (Grüne) und Monika Stein (Bildungsgewerkschaft GEW) ihr Kommen zugesagt. Auch die Freiburger Stadtratsfraktionen und Fridays For Future unterstützen den Aufruf. Für die Teilnehmer gilt 2G sowie die Bitte zum Tragen einer FFP2-Maske. „Wir haben im Vorfeld viel über die Infektionsschutzmaßnahmen diskutiert. Ich gehe aber davon aus, dass die Teilnahme an der Demo sicher ist, vor allem wenn man zu Fuß oder mit dem Fahrrad kommt“, sagt Mitorganisator Sebastian Müller.

Matthias Joers

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