2G(lühwein), bitte!

Am Donnerstag eröffnet der 48. Freiburger Weihnachtsmarkt, dezentral und mit Hygienekonzept

 Statt „Oooh“ heißt es in diesem Jahr auf dem Weihnachtsmarkt: „AHA“. Denn die AHA-Regel (Abstand, Hygiene und Alltagsmaske) ist die neue Dreifaltigkeit, die in diesem Advent über allem schwebt. Gleichzeitig wird das Marktgeschehen um den Colombipark ergänzt und damit auf insgesamt sieben Plätze verteilt.Die Vorweihnachtszeit ist die Zeit des Hoffens und des Glaubens – kaum jemand würde das aktuell dicker unterschreiben als Daniel Strowitzki, Geschäftsführer der FWTM. Denn obwohl bereits die ersten Buden in der Innenstadt stehen und ein Großteil der Beleuchtung hängt, ist es nicht sicher, dass der Weihnachtsmarkt auch bis zum 23. Dezember wie geplant stattfinden kann. „Natürlich ist das abhängig davon, wie sich die Lage weiter entwickelt und was die Politik entscheidet“, so Strowitzki, „aber wir sind optimistisch, dass wir es bis zum Schluss durchziehen können.“ Und dann setzt er hinzu: „Wenn wir da nicht dran glauben, wer dann?“
Mit einem umfangreichen Hygienekonzept will die FWTM „den Besuch des Weihnachtsmarkts für alle so sicher wie möglich machen“, unterstreicht Strowitzki. Dazu gehört zum Beispiel die aufgrund der Alarmstufe nun gültige 2G-Pflicht sowie Maskenpflicht auf dem gesamten Gelände. Zwar kann ein Jeder, ob geimpft, genesen, getestet oder nicht, über den Weihnachtsmarkt schlendern und an den Ständen einkaufen. Wer jedoch beispielsweise einen Glühwein trinken, eine Wurst essen oder ein Fahrgeschäft nutzen will, braucht dazu ein farbiges Bändchen am Arm. Diese sind immer nur für den jeweiligen Tag gültig. „Logisch“ findet das Strowitzki zwar nicht, so seien aber nunmal die Verordnungen. Die Bändchen gibt es für einen Euro von den überall auf dem Markt verteilten Scouts zu erwerben. „Mit dem Obolus von einen Euro pro Bändchen wollen wir versuchen, wenigstens einen Teil der pandemiebedingten Sonderausgaben wieder reinzuholen“, so der FWTM-Geschäftsführer.
Die „Scouts“, Männer und Frauen mit neongelben Leuchtwesten, kontrollieren dann den Impfstatus und sichern die Kontaktnachverfolgung per Luca-App oder klassisch auf Papier. Eine große Runde für Freunde und Familie zu spendieren ist mit dem neuen Konzept allerdings nicht mehr drin. In diesem Jahr bestellt jeder für sich. „Anders können wir die Einhaltung der 2G-Pflicht nicht garantieren“, stellt Strowitzki klar. Und wenn die neuen Regeln für Diskussionen sorgen, soll auch stets eine aufgestockte Security-Mannschaft zur Stelle sein, um bei hitzigen Diskussionen eingreifen zu können. Geknubbel und Gedränge rund um Glühweinstand und Co ließen sich wahrscheinlich nicht gänzlich vermeiden, doch mit dem Colombipark als neuem Teilbereich erhofft man sich bei der FWTM eine deutliche Entzerrung des Geschehens. Auf jedem der insgesamt dann sieben Plätze (Turmstraße, Rotteckring, Unterlinden, Kartoffelmarkt, Franziskanerstraße, Rathausplatz und Colombipark) wird mindestens je ein Glühweinstand zu finden sein, die weiteren Beschicker verteilen sich ebenfalls gleichmäßig. Absagen habe es keine gegeben berichtet Daniel Strowitzki, in diesem Jahr seien mit 126 Ständen nur drei weniger als noch 2019 aufgestellt.


Claudia Kleinhans

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