Verkaufspläne abgesagt

Karlskaserne wird nach Protesten doch nicht verkauft – doch wieder regt sich Kritik

Die 1773 erbaute Karlskaserne am Europaplatz wird nun doch nicht verkauft. Die Stadt Freiburg reagiert damit auf deutlichen Widerstand gegen das Vorhaben. Nun beginnt die Suche nach einer Nachnutzung. Auf wenig Gegenliebe sorgt die Kehrtwende bei den Freien Wählern.Um den zweiten Bauabschnitt des Stühlinger-Rathauses finanzieren zu können, war der Verkauf der Karlskaserne von der Stadt seit Jahren fest eingeplant. Ein Verkaufserlös in Höhe von 10 Millionen Euro hatte die Stadt dafür einkalkuliert. Doch immer wieder regte sich Kritik an dem Vorhaben, das repräsentative Gebäude in bester Innenstadtlage zu veräußern – zuletzt besonders deutlich im Juli, als die Fraktionen von Eine Stadt für alle/Grüne/SPD-Kult/Jupi und Freiburg Lebenswert den geplanten Verkauf kritisierten. Wie die BZ nun berichtete, ist die Stadt inzwischen von dem Vorhaben abgerückt. Die Stadtverwaltung habe sich demnach auf eine Vermarktung im Erbbaurecht festgelegt. Wie das Gebäude genutzt werden soll, sei Gegenstand „stadtinterner Abstimmungen“.


Mehrwert für die Innenstadt
Prompte Kritik an der Kehrtwende kam von den Freien Wählern im Freiburger Gemeinderat. Sie argumentieren, die Gegenfinanzierung für den zweiten Bauabschnitt des Stühlinger Rathauses sei damit „vollends zusammengebrochen“. Insbesondere aber kritisieren sie, dass die Entscheidung ohne vorherige Abstimmung mit dem Gemeinderat gefällt worden sei. „Zu entscheiden hat immer noch der Gemeinderat“, sagen der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Kai Veser und Stadträtin Gerlinde Schrempp von den Freien Wählern.
Auch dass das Rathaus erst „stadtintern“ sondieren möchte, wie die Karlskaserne künftig genutzt werden soll, dürfte auf Widerstand treffen. Die Händler-Aktionsgemeinschaft z’ Friburg äußerte bereits im August gegenüber dem Wochenbericht den Wunsch, dass es wichtig wäre, vorher zu erfahren, welche Nutzer hier zum Zug kommen werden. Und der Freiburger Immobilienprofi Matthias Sasse fordert in der Badischen Zeitung, dass die Karlskaserne von Profis entwickelt werden müsse. Er schlägt im Erdgeschoss Handel, Gastronomie und Dienstleistungen und darüber Praxen oder Büros vor. „Es muss einen Mehrwert für die Innenstadt bringen“, so Sasse.


Matthias Joers

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