Festbeißen ist das neue Ziel

Der SC Freiburg surft weiter auf der Erfolgswelle – und bleibt als einziges Team ungeschlagen

Es läuft beim Sportclub: Auch im siebten Spiel bleibt der Bundesligist aus Freiburg ungeschlagen. Vor dem ersten Testspiel im neuen Europa-Park-Stadion gegen den FC St. Pauli am Donnerstag (18.30 Uhr / Sport 1) lässt vor allem die Defensivarbeit des SC aufhorchen. Die Zahl der Nationalelf-Abstellungen spricht dazu für sich. Aus dem Freiburger Profikader sind stattliche zehn Spieler für ihre Nationalmannschaften nominiert worden. Fünf davon für A-Nationalteams, fünf für U-Nationalteams (siehe Infokasten). Weitere sechs U23-Spieler aus der Dritten Liga dürfen ebenfalls zu ihren U-Nationalmannschaften reisen. Damit befinden sich insgesamt 16 Freiburger auf Länderspielreisen, was ein deutliches Zeichen für die Qualität der beiden Kader (Profis und U23) darstellt.
Einer der Nominierten – der deutsche A-Nationalspieler Nico Schlotterbeck – sollte nach dem 2:1-Sieg bei Hertha BSC begründen, wieso der SC momentan auf einer Erfolgswelle surft. Der 21-Jährige antwortete mit der schönen Wortschöpfung: „Grund-Bollwerk“. Dieses „Grund-Bollwerk“ also, aber auch die „mannschaftliche Geschlossenheit“ seien ihm zufolge gegenwärtig das große Plus der Freiburger Mannschaft. Nur fünf Gegentore kassierte der SC bislang. Das ist der Ligabestwert, gemeinsam mit Mainz 05.
In den bisher sieben Bundesligaspielen hat Freiburg nicht einmal verloren. Damit ist der SC nicht nur das einzige ungeschlagene Team der Liga, sondern hat im Vergleich zu den europäischen Topligen so illustre Mannschaften wie Real Madrid, Paris St. Germain oder Champions-League-Sieger FC Chelsea hinter sich gelassen, die alle mindestens einmal verloren haben. Ebenfalls ungeschlagen sind bis dato nur noch der FC Liverpool, der SSC Neapel sowie die beiden Mailänder Clubs AC und Inter. Ginge es nach Nico Schlotterbeck, werde der SC am 16. Oktober gegen RB Leipzig genau da weitermachen: „Ich will mich oben festbeißen, das ist mein Ziel. Ich glaube, das ist auch das Ziel der Mannschaft“, sagt der 1,91-Meter-Hühne.
Schon dreimal spielte der SC in dieser Saison zu null. Und in vier der bisher sieben Spielen holte der SC mehr Ecken als der Gegner heraus. Welche Bedeutung das haben kann, zeigen die beiden Tore nach Eckbällen in Berlin durch Philipp Lienhart (der wegen einer Zahn-OP die Länderspiele mit Österreich verpasst) und Nils Petersen. Auch wenn SC-Trainer Christian Streich nicht alles am Spiel seiner Elf gefiel: Das Pressing seiner Spieler, das Nachsetzen, das Immerzu-Nerven des Gegners, damit diesem Fehler unterlaufen, hob der SC-Coach erneut lobend hervor. „Wir haben auch gute Kicker. Aber die guten Kicker müssen malochen. Erst dann sind sie richtig gute Spieler“, sagt Streich.

Matthias Joers

INFO
Diese SC-Profis gehen auf Länderspielreise:
Nico Schlotterbeck (Deutschland), Mark Flekken (Niederlande), Roland Sallai (Ungarn), Wooyeong Jeong (Südkorea), Ermedin Demirovic (Bosnien-Herzegowina), Yannik Keitel, Kevin Schade (Deutschland U21), Noah Weißhaupt, Noah Atubolu (Deutschland U20), Nishan Burkart (Schweiz U21) 

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