Mit „Frauen-Power“ für den Wein

Katrin Lang aus Ebringen ist seit Juni Badische Weinkönigin und will ihr Amt modern gestalten

Anfang Juni wurde sie zur Badischen Weinkönigin gekürt: Katrin Lang (22) aus dem Winzerdorf Ebringen im Markgräflerland ist schon seit ihrer Kindheit durch den Nebenerwerbsbetrieb der Eltern mit dem Weinbau vertraut. Eine Winzerlehre hat sie bereits abgeschlossen, nun studiert sie Önologie in Neustadt an der Weinstraße/Rheinland-Pfalz. Da lag es nicht fern, dass sich die junge Frau auch für das Amt der Weinkönigin bewirbt.Nach etwas mehr als 100 Tagen im Amt ist ihr Terminkalender – trotz schwelender Corona-Krise im Hintergrund – überraschend gut gefüllt, so die Weinhoheit im Gespräch. „Ich war immer mit dabei in den Reben als Kind. Dann kamen die Ausbildung als Winzerin und das Weinbau-Studium. Irgendwie dreht sich alles in meinem Leben um den Wein“, so Lang. Da habe die Bewerbung als Weinkönigin und die Wahl im Juni gut gepasst für sie. Nun mache es ihr daher sehr viel Spaß, für ein Jahr als „Sprachrohr der Winzer“ aufzutreten und den badischen Wein in seinen Vorzügen und Qualitäten seinem Publikum zu vermitteln.


Wein ist etwas Geselliges
Ihre Vorgängerin Sina Erdrich aus Durbach/Ortenau musste dies über ihre pandemiebedingt auf zwei Jahre verlängerte Amtszeit hinweg überwiegend in digitalen, der Pandemie untergeordneten Online-Events tun. Katrin Lang hingegen freut sich auf „normale Weinproben, bei denen man mit den Menschen anstoßen kann“ und sieht den Bereich der sozialen Medien eher als Teilbereich ihres Engagements: „Wein genießt man ab besten in Gesellschaft mit anderen Menschen.“
Es sei wichtig, dem Kunden gegenüber die regionale Bedeutung des Weinbaus zu betonen. „Viele Kleinbetriebe haben zu kämpfen und überleben vielleicht die kommenden Jahre nicht. Da ist es wichtig, dass man vor allem jungen Menschen nahelegt, erst einmal die hiesigen Weine zu entdecken, bevor sie ausländische Produkte konsumieren.“ Schließlich gebe es ja in Baden jede Menge „tolle Weine“ zu entdecken.
Dem Amt einer Weinkönigin haftet in unserer Zeit manchmal ein recht traditionelles, etwas altmodisch anmutendes Image an. Katrin Lang sieht das aber anders: als Weinhoheit, die auch mal in Jeans und Turnschuhen zu einem öffentlichen Termin erscheint, fühlt sie sich wohl in ihrer Rolle, betont sie. „Man kann so ein Amt auch modern ausleben und gestalten. Frauen-Power ist im Weinbau mittlerweile gut angesehen, und Frauen haben in der Branche mittlerweile genau so viel zu sagen wie Männer. Ich würde mich aber auch mal über einen Weinkönig anstatt einer Weinkönigin freuen. Kein Problem!“
Anderen Wein als Männer machen Frauen aus Langs Sicht aber nicht grundsätzlich. Vielmehr gehe es bei jedem Wein „um die Geschichte“, die er erzählt und um die Menschen dahinter. Egal ob Mann oder Frau.

Bernd Peters

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