Die Generalprobe steht an

Mit einem Testspiel gegen St. Pauli wird das Europa-Park Stadion offiziell eröffnet

Jetzt wird es ernst für den SC Freiburg: Am morgigen Donnerstag steigt die Generalprobe im neuen Europa-Park Stadion mit einem Freundschaftsspiel gegen den FC St. Pauli. 15.000 Zuschauer dürfen live dabei sein. Doch auch wenn gespielt werden kann, wird es keinen Hauruck-Umzug geben. Die SC-Geschäftsstelle bleibt zum Beispiel (noch) im alten Stadion. Immerhin: Die Anreise mit dem Flugzeug klappt schonmal.Am morgigen Donnerstag feiert das neue Europa-Park Stadion Premiere. Zu Gast beim Freundschaftsspiel ist der Zweitliga-Tabellenführer FC St. Pauli. Für den SC Freiburg endet damit eine lange Zeit des Wartens. „Die Vorfreude ist riesig“, sagt Sport-Vorstand Jochen Saier am Rande eines Presserundgangs durch das neue Stadion.
Steile Tribünen, edle, aber nicht zu protzige Business Lounges und ein insgesamt auf Funktionalität ausgerichtetes Innenleben zeichnen die neue Arena aus. Jochen Saier spricht von „guten Bedingungen, ohne völlig drüber zu sein“. Bis es soweit war, war jedoch viel Hirnschmalz vonnöten. In zentralen Punkten, z.B. der alltäglichen Arbeit der Profimannschaft, versuchten die Planer auch die Wünsche des Trainerstabs und der Funktionsteams zu berücksichtigen. „Kurze Wege“ seien dem SC vor allem wichtig gewesen, sagt Marcel Boyé, Stadion-Geschäftsführer des Vereins. Er spricht von einem „Puzzle“, bis das Raumkonzept endlich stimmig war. „Das ist in enger Abstimmung mit dem Trainer- und Funktionsteam erfolgt“, sagt Boyé. So liegt der Physioraum nun direkt neben dem Kraftraum – getrennt durch eine Fensterscheibe, so dass die Physiotherapeuten die Spieler beim Hanteltraining stets im Blick haben.


25.000 Dauerkarten verkauft
So manches Detail der neuen SC-Heimat im Wolfswinkel lässt einen schmunzeln: Der Münster-Wasserspeier in der Business Lounge im ersten Obergeschoss zum Beispiel. Oder die Fanfoto-Tapezierung des Spielertunnels. Die Freiburger Mannschaftskabine, in der sich Petersen & Co. umziehen werden, wird durch stylisches LED-Licht in Szene gesetzt.
Zuletzt hatten Probleme im Serverraum des Stadions eine frühere Eröffnung verhindert. Vor allem eine reibungslose TV-Übertragung – unerlässlich im Profifußball – musste gewährleistet sein. Aktuell wird noch an der W-Lan-Technik im Stadion gearbeitet. Auch sonst gibt es noch ein bißchen was zu tun. Im Spielertunnel fehlt die Deckenverkleidung. Hier und da baumelt ein herrenloses Kabel herab. Auch die Büro-Ebene in der Haupttribüne ist noch nicht bezugsfertig. Der Umzug der SC-Geschäftstelle erfolgt daher später im Jahr. Die Photovoltaik-Anlage auf dem Dach fehlt ebenfalls noch, hier soll zum Jahresende das Ausschreibungsverfahren starten.
Gespielt werden kann aber. „Wir haben 25.000 Dauerkarten verkauft. Mehr als je zuvor. Wir hätten auch mehr verkaufen können. Aber es soll keine geschlossene Gesellschaft werden“, sagt SC-Finanzvorstand Oliver Leki. Und mit einem Flugplatz in Fußweite hat das Stadion dazu ein absolutes Alleinstellungsmerkmal. Das Antragsverfahren beim Regierungspräsidium Stuttgart für das neue Instrumentenlandesystem läuft laut städtischer Pressestelle zwar immer noch. Aber schon heute können Gästeteams dort mit schweren Flugzeugen anreisen, wie es zuletzt am 10. September der 1. FC Köln für das Ligaspiel gegen Freiburg getan hat. 1,5 Stunden vor und nach dem Spiel muss der Flugverkehr allerdings ruhen – und der Ball rollt.

Matthias Joers



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