Die EU ist ein „monströses Gebilde“

Bundestagswahl 2021 – die Kandidaten: Marco Näger von der AfD will Kompetenzen der EU beschneiden

Marco Näger von der Alternative für Deutschland (AfD) tritt mit dem Ziel bei der Bundestagswahl an, den Wählern „eine wahre Alternative“ zu den anderen Parteien zu bieten, wie er sagt. Vor allem stört er sich an der EU und kritisiert zudem die deutsche Migrationspolitik. Zweifel äußert er an der These, dass der Klimawandel menschengemacht sei. „Ich möchte den Menschen die wahre AfD zeigen, ohne Gerüchte und Behauptungen von welcher Seite auch immer“, sagt Marco Näger, wenn er über seine Ziel für die bevorstehende Bundestagswahl spricht. Als sein wichtigstes Anliegen nennt er die Beschneidung von Kompetenzen und Finanzierung der Europäischen Union: „Die EU ist das Sinnbild für eine überzogene Bürokratie an Bevormundung. Europa ist vielfältig. Daher braucht es einen Kontinent der Vaterländer, in dem die Nationalstaaten ihre individuellen Zuständigkeiten zurückerhalten“, sagt er und nennt die EU ein „monströses Gebilde“.
Näger ist 37 Jahre alt, ledig, in Freiburg geboren und lebt aktuell in Bötzingen am Kaiserstuhl. Die Region und seinen Wahlkreis schätzt für die „einzigartige Vielfalt an Landschaften“. „Die Nähe zur Schweiz und Frankreich bietet viele Möglichkeiten zu ganz besonderen Ausflugsideen“, sagt er. Seit seinem 15. Lebensjahr engagiert er sich in der Politik, zuerst in der CDU bzw. der Jungen Union. Seit 2013 ist er aktives AfD-Mitglied. Warum er sich politisch engagiert? Politik sei in jedem Lebensbereich zugegen und bestimme den Alltag der Menschen, sagt er. „Daher sehe ich es als fatal an, sich nicht damit zu beschäftigen. Aktiv seine Meinung und Überzeugungen zu vertreten und Ungerechtigkeiten offen anzusprechen hat mich von Anfang an angetrieben“, erklärt Näger, der als wissenschaftlicher Referent in der Landes- und Kommunalpolitik tätig ist.
Marco Nägers zweites politisches Augenmerk liegt auf der Asyl- und Migrationspolitik. Er sagt, dass die mit der Flüchtlingswelle 2015 „verbundene, enorme Kriminalität“ nicht hinnehmbar sei. „Wie hoch ist der Preis für grenzenlose Humanität? Wo ist die Verantwortung zur Sicherheit und somit Humanität gegenüber den Menschen in Deutschland?“, fragt er. Die Korrektur der seiner Meinung nach fehlgeleiteten Migrationspolitik zählt er daher zu den größten Herausforderungen für Deutschland ebenso wie die Frage der sozialen Gerechtigkeit: „Ein menschenwürdiges Leben ist für viele im Alter ohne Zuschüsse nicht mehr möglich, trotz jahrzehntelanger Arbeit“, kritisiert der Freiburger AfD-Kandidat.
Auch in der großen Frage der Bewältigung der Klimakrise unterscheiden sich Nägers Ansichten sehr von denen der anderen im Bundestag vertretenen Parteien. Der These von einem menschengemachten Klimawandel widersprechen er und seine Partei. „Es gab auch vor der Zeit der Industrialisierung Perioden in denen es über Jahre immer wärmer wurde. Hierfür zeigt sich vor allem die Aktivität der Sonne als Verantwortliche“, so der 37-Jährige. Er sagt aber auch: „Selbstverständlich ist der Umweltschutz in seiner ursprünglichen Form ein Thema, dass zum Erhalt unseres Planeten eine sehr bedeutende Rolle einnimmt.“
Als Lehre aus der Coronakrise plädiert Näger für eine Stärkung des gewählten Parlaments: „Es kann nicht sein, dass am Parlament vorbei debattiert und regiert wird. Beschlüsse zur Pandemie gehören in die Hände der Mitglieder des deutschen Bundestages.“
Mit Blick auf seinen Wahlkreis hat der AfD-Mann einen klaren Wunsch: „Ich möchte erreichen, dass der Wahlkreis Freiburg und dessen Interessen Beachtung finden. Nur so kann man für die Menschen vor Ort auch etwas verändern bei den vielen Abgeordneten aus ganz Deutschland.“


Matthias Joers

„Ich möchte den Menschen die wahre AfD zeigen, ohne Gerüchte und Behauptungen von welcher Seite auch immer“
Marco Näger, AfD

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