Willkommen in der Wohlfühloase

Sieben Punkte aus den ersten drei Partien machen besten Saisonstart der Vereinsgeschichte des Sportclubs perfekt

Ein umkämpftes 1:0 im Pokal gegen Würzburg, ein torloses Remis in Bielefeld, ein famoses 2:1 gegen den amtierenden DFB-Pokalsieger Borussia Dortmund und nun der 3:2-Auswärtssieg im Derby beim VfB Stuttgart − der SC Freiburg hat einen Traumstart in die Saison 2021/22 hingelegt und befindet sich aktuell in Topform.Der Symbolik des Wetters gilt es aktuell keinen Glauben zu schenken. Dunkle, mit Regentropfen beladene Wolken hängen seit Tagen über dem Freiburger Dreisamstadion, sie lassen böses vermuten. Doch unter dem Dach, in den Räumlichkeiten des Sportclubs rund um die Schwarzwaldstraße, und auch auf den Trainingsplätzen scheint gefühlt seit Wochen durchweg die Sonne. Der SC Freiburg ist mit sieben Punkten gestartet und hat das anspruchsvolle Auftaktprogramm gemeistert. Doch nicht nur der Blick auf die nackten Zahlen hat zuletzt für beste Stimmung gesorgt – es ist vielmehr die Art und Weise wie das Team auftritt.
Waren es gegen Borussia Dortmund noch ein Geniestreich von Vincenco Grifo oder die erstaunliche Abgeklärtheit des angehenden Nationalspielers Nico Schlotterbeck, die gewinnbringend waren, überzeugten beim Derbysieg im Schwabenland vor allem zwei SC-Spieler, die zuletzt ordentlich malocht hatten, sich aber den verdienten Lohn ihrer Arbeit nur über das Kollektiv abholen konnten.
Wooyeong Jeong und Lucas Höler erzielten die drei Treffer beim 3:2 gegen den VfB Stuttgart, wobei gerade Jeong die zuletzt vermissten Qualitäten im Abschluss nachweisen konnte. „Ich bin zufrieden, weil wir gewonnen haben. Die Freude im Team war groß. Wir haben danach im kleinen Rahmen auch noch ein bisschen gefeiert“, hatte sich Jeong im Nachgang an das 2:1 gegen Dortmund in der Badischen Zeitung geäußert. Nun zählte der fleißige Koreaner selbst zu den Torschützen. Welchen Stellenwert er mittlerweile im Team hat, zeigte sich auch beim Torjubel, als nahezu die gesamte SC-Elf den 21-jährigen Offensivakteur herzte. „Wir haben uns erst kurzfristig für das selbe System wie gegen Dortmund entschieden“, so SC-Trainer Christian Streich, der ergänzte: „Zum Glück haben wir so entschieden, sonst wäre Wooyeong wahrscheinlich draußen gewesen.“
Damit hat der Sportclub die letzten drei Bundesligaspiele gegen den VfB Stuttgart allesamt gewonnen. Wie schon im Vorjahr endete die Partie in Stuttgart mit 3:2 für den SC Freiburg. „Wenn wir so weiter machen halten wir am Ende die Klasse“, blieb Streich gewohnt bescheiden.

So wird nicht nur bei den 1200 Fans des SC Freiburg, die am vergangenen Samstag mit der Mannschaft nach Stuttgart gereist waren, trotz verregneter Tage im Breisgau noch eine Weile das Gefühl anhalten, welches sie nach dem Abpfiff verspürt hatten. Über dem SC-Gästeblock schien die Sonne, während es anderswo im Stadion eher schattig war. Es läuft beim Sportclub, für den die Länderspielpause und damit zweiwöchige Wettkampfpause trotz aktueller Topform nicht ungelegen kommt. Sie gibt den angeschlagenen Spielern wie Nicolas Höfler und Yannick Keitel, die gegen Stuttgart beide zur Pause in der Kabine blieben, die Möglichkeit sich zu regenerieren. Auch wird Last-Minute-Zugang Maximilian Eggestein, der vom Bundesliga-Absteiger Werder Bremen gekommen ist, einen weiteren Schritt nach vorne machen können, indem er sich mehr an die Gegebenheiten in Freiburg gewöhnt und weitere Tage mit dem Team trainiert.
Ob sich im Kader des SC Freiburg in den letzten Transferstunden noch einmal etwas verändern wird, war bei Redaktionsschluss noch nicht klar. Zuletzt wurde spekuliert, dass der Sportclub noch einen seiner Innenverteidiger abgeben könnte. Dominik Heintz, dessen Vertrag zum Saisonende ausläuft, gilt als Verkaufskandidat. Bei Keven Schlotterbeck könnte sich noch kurzfristig eine Leihe ergeben.

Lukas Karrer


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