In der Region verankert

Bundestagswahl 2021 – die Kandidaten: Matern von Marschall, CDU, will das Direktmandat verteidigen

Am 26. September wählt Deutschland seinen 20. Bundestag. Auf die CDU und ihren Kandidaten Matern von Marschall wartet im Wahlkreis Freiburg voraussichtlich ein harter Dreikampf bei dem erklärten Ziel, das Direktmandat zu verteidigen. Ein Trumpf könnte neben seiner Erfahrung seine Heimatverbundenheit sein. Davon, dass er sich über den Spitzenkandidaten seiner Partei freut, ist indes nicht auszugehen.Ein Schlossherr im Bundestag: Seit Oktober 2013 ist der 58 Jahre alte CDU-Politiker und Hörbuchverleger Matern von Marschall Mitglied des Deutschen Bundestages für den Wahlkreis Freiburg. „Mit der Heimat im Herzen und der Welt im Blick arbeite ich seit acht Jahren für meinen Wahlkreis und als Außen- und Entwicklungspolitiker im Deutschen Bundestag. Das christliche Menschenbild ist Richtschnur meiner Entscheidungen“, sagt der Katholik Matern von Marschall, der zweimal das Direktmandat holte und mit seiner Familie in Neuershausen in der March lebt – auf dem Familienschloss. Heimat ist ihm sehr wichtig, das wird im Gespräch klar. „Dass ich jeden Freitag zurück in die March komme, erdet mich“, verrät er. Gerade in diesen bewegten Zeiten, in denen die Pandemie die Zeit bis zum Wahlkampf geprägt und die Parlamentarier enorm gefordert hat.
Die größte Herausforderung für Deutschland sieht er darin, wirtschaftlich erfolgreiche Unternehmen zu halten und zu fördern. „Sie sind die Voraussetzung für einen leistungsfähigen Staat“, so der Vater zweier Töchter. Im kommenden Jahrzehnt brauche es ein Land mit wettbewerbsfähigen Unternehmenssteuern, einer digitalen Verwaltung und schnelleren Planungsprozessen. „Auch für erfolgreichen Klimaschutz brauchen wir mehr Tempo bei Genehmigungsverfahren“, betont er. In der Region liegt dem unaufgeregt auftretenden Konservativen die deutsch-französische Zusammenarbeit besonders am Herzen.
Als Berichterstatter für den Zukunftsprozess Fessenheim treibt Matern von Marschall im Ausschuss für grenzüberschreitende Zusammenarbeit Pläne für ein deutsch-französisches Wasserstoffzentrum voran. Auch macht er sich für die Bahnverbindung Freiburg – Colmar stark. „Diese Aufgaben möchte ich in Berlin weiterführen“, sagt er.
Im hart umkämpften Duell zwischen Armin Laschet und Markus Söder im Rennen um die Kanzlerkandidatur bekannte von Marschall seinerzeit klar Farbe. So wurde der bekennende Söder-Unterstützer unter anderem bei Spiegel Online mit folgender Aussage zitiert: Wenn Markus Söder nicht kandidiere, dann müsse er in seinem Wahlkreis allein Wahlkampf machen. Dies sei die Rückmeldung der Basis. Dass bei von Marschall nach der Nominierung Laschets Frust statt Freude herrschte, ist offenkundig.
Nach außen hin gibt er sich inzwischen zweckoptimistisch: Er habe keinen Zweifel daran, dass Laschet Kanzler könne. Schließlich sei er der Ministerpräsident des größten Bundeslandes und führe die dortige Regierung mit nur einer Stimme Mehrheit souverän. „Ich schätze die Fähigkeit von Armin Laschet, Menschen zusammenzuführen. Darauf kommt es jetzt an“, so von Marschall gegenüber dem Wochenbericht.
Für die restlichen knapp fünf Wochen bis zur Stimmabgabe zeigt sich von Marschall hoffnungsfroh, dass die Union das Ruder noch rumreißen kann: „Wir müssen uns das Vertrauen jetzt in 299 Wahlkreisen und mit 16 Landeslisten neu erarbeiten. In den verbleibenden Wochen steht das im Mittelpunkt des Wahlkampfes und ich bin zuversichtlich, dass es auch gelingen kann.“ Eines sei dabei klar: Die Union könne nur erfolgreich sein, wenn CDU und CSU gemeinsam kämpfen. Der Wahlkampfauftakt in Berlin habe das gezeigt. Zudem sei keine andere Partei vor Ort so verankert wie die Union. Aus Gesprächen mit Kollegen wisse er, dass der Wahlkampf vor Ort sehr engagiert geführt werde. Bezüglich Corona fordert Matern von Marschall, das Infektionsschutzgesetz mit Blick auf die erfolgreiche Impfkampagne anzupassen. „Wir müssen neben den Inzidenzwerten auch andere Faktoren in den Blick nehmen. Die Debatte wird uns auch über den Wahltag hinaus begleiten“, weiß er.

Sven Meyer

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