Julia Söhne spielt auf Sieg

Bundestagswahl 2021 – die Kandidaten: Julia Söhne, SPD, will soziale Politik, nah am Menschen

Klimaschutz, Wohnungspolitik und Pflege sind die Themen von Julia Söhne, die im Wahlkreis Freiburg für die Sozialdemokraten antritt. Die 27-jährige SPD-Politikerin hat sich als Freiburger Stadträtin einen Namen gemacht und will nun den Sprung in die Bundespolitik wagen – und das ohne Netz und doppelten Boden. Denn auf einen sicheren Listenplatz hat Söhne verzichtet und setzt alles auf einen Sieg beim Direktmandat.Julia Söhne ist viel unterwegs in den vergangenen Wochen. Auf Spielplätzen und Weinfesten, in Kleingartenanlagen und bei Wochenmärkten ist die Jungpolitikerin anzutreffen: „Politik findet bei den Menschen vor Ort statt“, unterstreicht sie, der persönliche Kontakt sei wichtig, auch in Zeiten von Corona. „Mein Anspruch ist es zudem, auch junge Menschen für die Politik zu begeistern“, so Söhne, deshalb nutzen sie und ihr Team gleichzeitig die Reichweite der Sozialen Netzwerke. Von Facebook oder Instagram bis hin zu Twitter ist Söhne aktiv, postet regelmäßig Neuigkeiten, teilt politische Inhalte.
Sieben Jahre ist die aktive Handballerin im Freiburger Gemeinderat, nun will sie auch im Bundestag Dinge bewegen: „Teilweise bin ich bei meiner Arbeit hier in Freiburg an Sachverhalten gescheitert, die nur in Berlin geändert werden können“, gibt Söhne zu, „manchmal sind es nur kleine Stellschrauben, an denen gedreht werden müsste, damit sich vor Ort etwas ändert.“ Söhnes Themenfelder sind Klimapolitik, Wohnen und Pflege. Zentrale Herausforderungen, wie sie findet. Vor allem die Klimapolitik müsse so ausgestaltet sein, dass alle mitgenommen werden, dafür brauche es eine starke SPD, „als das soziale Gewissen im Kampf gegen den Klimawandel“, das ist Söhne wichtig. Sie will die großen Verursacher des Klimawandels mehr an dessen Kosten beteiligen. Auch eine soziale Wohnungspolitik, mit bezahlbaren Mieten, liegt ihr am Herzen, „hier haben wir in den vergangenen Jahren in Freiburg schon viel erreicht“. In Berlin könnte noch mehr erreicht werden. Zum Beispiel unter einem Kanzler Olaf Scholz, den Söhne aus Überzeugung unterstützt. Er habe Regierungserfahrung, sich in Coronazeiten als Finanzminister bewährt und erst zuletzt eine globale Mindeststeuer durchgesetzt. Dass der Wind sich zugunsten der SPD drehe, will Söhne in der letzten Zeit ausgemacht haben. Eine große Koalition kommt für sie nicht noch mal in Frage, zweimal hatte sie bereits dagegen gestimmt. Die CDU sieht sie eher als „Bremsklotz“, denn als Partei der Erneuerung. Ihr Wunschkoalitionspartner wären die Grünen. Immerhin, laut den neuesten Umfragen befindet sich die SPD mit 18 Prozent tatsächlich leicht im Aufwind: „Viele Menschen fangen jetzt an zu überlegen, von wem sie regiert werden wollen“, glaubt Söhne, „ein Kanzler Scholz wäre in Anbetracht der Gegenkandidaten garantiert nicht die schlechteste Wahl.“
Söhne weiß auf jeden Fall viele Menschen aus Freiburg und der Region hinter sich. „Ja zu Julia“ heißt beispielsweise eine Initiative, in der sich aktuell Unterstützer zusammenfinden, parteiübergreifend. Unter anderem der ehemalige SPD-Staatsminister Gernot Erler positioniert sich klar zu der Freiburgerin, die aktuell an der Universität Freiburg als wissenschaftliche Mitarbeiterin tätig ist. Über die breite Unterstützung freut sich Söhne sehr, denn nur das Direktmandat ebnet ihr den Weg in die Hauptstadt. Auf einen sicheren Listenplatz hat sie, im Gegensatz zu anderen Kandidaten, verzichtet. „Das ist mein Verständnis von Politik, bei den Menschen vor Ort zu sein, und direkt gewählt zu werden – oder eben auch nicht“, stellt Söhne klar. Auch im Falle ihrer Wahl will sie für die Freiburger weiter ansprechbar bleiben.


Claudia Kleinhans

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