Mundenhof hat Großes vor

Weil sich das Freiburger Tiergehege vor Besuchern kaum retten kann, wird es großzügig erweitert

Knapp 40 Hektar groß und über 50 Jahre alt: Der Mundenhof ist das beliebteste Freizeitziel der Freiburger und gleichzeitig das größte Tiergehege in Baden-Württemberg. Aber damit ist das Ende der Fahnenstange noch nicht erreicht, denn der Mundenhof muss wachsen, um seinen Charakter zu erhalten. Und so wird er in den kommenden Jahren nochmals an Größe dazu gewinnen. Die Pläne sind ambitioniert.Es gehe dabei aber mehr um eine Entwicklung als um eine reine räumliche Expansion, sagt Rathaussprecher Toni Klein. Manches sei bereits im Gang, zum Beispiel die Umgestaltung des ältesten Bereichs des Geheges in der sogenannten „exotischen Mitte“, wo unter anderem die Heimat der Gibbons modernisiert worden ist. Andere Pläne seien noch in der Prüfphase.
Um die immer größeren Besucherströme auch von außerhalb Freiburgs zu lenken und zu entzerren sollen Wegeverbindungen umgearbeitet und besser ausgeschildert werden. Um die vorhandenen Flächen besser auszulasten, werden einzelne Gebäude in ihrer Nutzung umgemünzt und bisher nicht verwendete Räume für die Besucher zugänglich gemacht. Vor allem der alte Kuhstall auf dem Gelände soll für wetterunabhängige Angebote umgestaltet werden, und auch die angrenzende Alte Schmiede soll für Besucher erschlossen werden.


Millionen-Investition
Allein für den Kuhstall soll bis 2026 eine Million Euro investiert werden. Eine Scheune, die vom Theater als Lager für Bühnenrequisiten verwendet wird, soll künftig als Teil eines Schaubauernhofs dienen. Derzeit, so Toni Klein, hätten die Besucher des Mundenhofs von diesen Gebäuden noch nichts. Das Potenzial sei aber enorm. Der Finanzbedarf ist aber auch nicht ohne: Als die Stadt vor zwei Jahren ihren Entwicklungsplan für das Tiergehege in den kommenden zehn Jahren verabschiedete, war von einem Investitionsrahmen von bis zu drei Millionen Euro die Rede.
Um noch ein wenig mehr Fläche gewinnen zu können, wird ein Erdaushublager des Freiburger Garten- und Tiefbauamts verlegt. Damit werden rund 5.000 Quadratmeter frei, die aber für die Besucher des Mundenhofs aufgrund der Nähe zur Autobahn nur schwerlich attraktiv gestaltet werden können. Daher, so Toni Klein, soll an dieser Stelle eine Ausweichfläche für die angrenzende Stadtgärtnerei entstehen können. Auf jeden Fall aber werde durch diese Maßnahme die Erreichbarkeit des Mundenhofs für Zulieferer erleichtert.
Verhandelt werde derzeit zudem mit dem „Reitclub 99“. Wenn der seinen Standort verlegen könnte, würden ebenfalls 5.000 m2 für die Erweiterung des Mundenhofs frei werden. „Seit vielen Jahren steigen die Besucherzahlen am Mundenhof kontinuierlich“, so Klein. „Das zusätzliche Publikum verteilt sich aber nicht gleichmäßig über die Zeit und das Gelände.“ Hier wolle man durch wetterunabhängige Angebote Abhilfe schaffen.

Bernd Peters
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