Harter Schlag gegen Dealer

Freiburger Polizei nimmt Drogenbande fest – Rauschgift im Wert von mehreren Millionen Euro

Der Freiburger Polizei ist ein großer Coup geglückt: Eine lange vorbereitete Operation gegen eine Drogenbande war erfolgreich – das gaben die Ermittler am Montag bekannt. Bei der sichergestellten Menge an Rauschgift handelt es sich um den größten Fund in der Geschichte des Polizeipräsidiums. Über allzu viele Details sprechen Polizei und Staatsanwaltschaft in Freiburg vor dem Hintergrund der andauernden Ermittlungen noch nicht. Aber eins ist klar: Die 60 Kilo Rauschgift, die nun beschlagnahmt wurden, sind einerseits der größte Fang, den die Freiburger Polizei im Drogenmilieu bisher bewerkstelligt hat. Und sie sind andererseits wohl nur die Spitze des Eisbergs: Man gehe davon aus, dass die Drogenbande, die man nun gesprengt hat, mehrere hundert Kilo Rauschgift verschoben habe.
Drei mutmaßliche Dealer im Alter von 40, 42 und 49 Jahren sitzen in U-Haft. „Im Raum Freiburg“ habe der Zugriff erfolgt, so Pressesprecher Martin Lamprecht. Aber es gebe bei der Bande auch „Bezüge direkt nach Freiburg“. Bereits seit Ende 2020 war gegen die Männer verdeckt ermittelt worden. Bezüglich Querverbindungen ins Rockermilieu, die es laut der Badischen Zeitung geben soll, hält sich die Polizei mit dem Hinweis auf laufende Ermittlungen derzeit bedeckt.
Im Detail haben die Drogenfahnder in den zurückliegenden Wochen 8,1 Kilo Kokain, 40,1 Kilo Amphetamin, 8,9 Kilo Ecstasy und 5,4 Kilo Haschisch und Marihuana sichergestellt. Außerdem wurden mehr als 200.000 Euro mutmaßliches Drogengeld beschlagnahmt. Das sei aber nur das, was zurzeit „auf dem Tisch liegt“, so Nico Schuster, der bei der Kripo in Freiburg die Abteilung für die Bekämpfung von organisierter Kriminalität und Rauschgiftkriminalität leitet. Tatsächlich bestehe der Verdacht, dass die drei inhaftierten Deutschen insgesamt mit mehreren hundert Kilogramm Marihuana dealten. „Wir ermitteln hier also hinsichtlich eines Handels mit Betäubungsmitteln, bei dem aktuell im Verkauf mehrere Millionen Euro Erlös erzielt werden können“, so Schuster. Der Kriminaloberrat betonte zugleich, dass es sich um einen außergewöhnlichen Fall handele, der „aber sicherlich kein Spiegelbild der aktuellen Rauschgiftsituation“ im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Freiburg darstelle.
Lange hätten sich die drei Verdächtigen bei ihrem Handeln in Sicherheit gewähnt, da sie nur verschlüsselt miteinander kommuniziert hätten. Wie genau die Polizei in die Lage kam, diese Kommunikation „anzuzapfen“, teilen die Beamten noch nicht mit. Allerdings haben sie offenbar alles richtig gemacht, wie auch Innenminister Thomas Strobl (CDU) betonte: Der Erfolg mache deutlich, dass das Land über „sehr schlagkräftige Strukturen“ zur Bekämpfung des organisierten Verbrechens verfüge. „Nach dem Schlag des Polizeipräsidiums Mannheim gegen das organisierte Verbrechen letzte Woche zeigt sich nun auch im südbadischen Raum, dass die Polizei entschieden gegen kriminelle Strukturen vorgeht“, so Strobl, der den Ermittlern zu ihrem „bedeutenden Rauschgiftfund“ gratulierte.


Perfektes Teamwork
Der Schlag gegen die Bande kann kaum hoch genug eingeschätzt werden: Man habe viel Geld und Personal in die akribische und ausdauernde Ermittlungsarbeit gesteckt. Ein solcher Schlag gegen die Bandenkriminalität könne nur gelingen, wenn „alle Zahnräder der professionellen Kriminalitätsbekämpfung perfekt ineinandergreifen“, so Polizeipräsident Franz Semling. Man habe hier den größten international verflochtenen Betäubungsmittelhandel in der Geschichte des Polizeipräsidiums Freiburg nachweisen können.
„Darauf können wir zu Recht stolz sein. Gleichzeitig offenbart dieser Ermittlungserfolg aber einmal mehr, dass wir es auch in unserem EU-Binnen- und Außengrenzen umfassenden Zuständigkeitsbereich mit organisierter Kriminalität zu tun haben“, so Semling weiter. Die Bekämpfung gegen Drogenbanden solle künftig noch intensiviert werden.


Bernd Peters/Sven Meyer

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