Die Bankdrücker im Freiburger Tierheim

Sie suchen ein neues Zuhause, manche Tiere fristen jedoch lange Zeit in Auffangstationen – aus unterschiedlichen Gründen

Wer sich ein Haustier wünscht, der sucht in aller Regel ein Tierheim auf. Hier warten nicht nur Hunde und Katzen darauf, ein neues Zuhause zu finden. Viele werden rasch vermittelt. Andere wiederum warten vergebens darauf, von Tierfreunden auserwählt zu werden und fristen ein Dasein in der Auffangstation. Die Gründe dafür sind unterschiedlich – und manchmal ganz banaler Natur. Der Wochenbericht stellt vier Kandidaten vor.

 

Im Tierheim des Tierschutzvereins Freiburg im Stadtteil Lehen warten zahlreiche Tiere darauf, in ein liebevolles Zuhause vermittelt zu werden. Doch nicht für jeden Vierbeiner erfüllt sich dieser Traum. Manche Kandidaten werden ein ums andere Mal übergangen und fristen ihr Dasein im Tierheim, das eigentlich nur eine Übergangslösung für herrenlose Exemplare sein soll. „Die Gründe dafür sind vielseitig. Es fängt aber schon bei der Optik an“, erklärt Raphael Greiner, stellvertretender Leiter des Tierheims. „Das Klischee, dass schwarze Tiere – besonders Katzen – schwierig zu vermitteln sind, stimmt“, so Greiner. „Das hängt damit zusammen, dass diese Tiere auf manche Menschen bedrohlich wirken. Aberglaube spielt auch eine Rolle.“ Doch auch gesundheitliche Einschränkungen oder ein schwieriger Charakter können Tiere zu Außenseitern werden lassen.

Kaninchendame Blacky
Die eineinhalbjährige Kaninchendame Blacky ist ein klassischer Fall, in welchem die Fellfarbe einer Adoption entgegensteht. „Dabei ist sie eine sehr sympathische Kandidatin“, weiß Raphael Greiner. Abgegeben wurde Blacky, da sie sich mit ihrem ehemaligen Partnertier nicht verstand. Seit fast einem Dreivierteljahr lebt die aufgeweckte Feinschmeckerin nun schon im Lehener Tierheim. Aufgrund einer Calciumunverträglichkeit darf Blacky nur Frischfutter zu sich nehmen.

Schäferhundrüde Freddy
„Freddy ist ein sehr menschenlieber, aber auch etwas ungestümer Zeitgenosse“, erklärt Raphael Greiner, während er den nicht mehr ganz jungen Springinsfeld aus seinem Zwinger führt. Der neunjährige Rüde ist äußerst verspielt und hat eine unbändige Energie. Gleichzeitig plagen Freddy mehrere Futterunverträglichkeiten. „Das macht die Ernährung etwas kompliziert, da er kein Allergiefutter verträgt“, erläutert der stellvertretende Tierheimchef. Entsprechend wird Freddy nach der Barf-Methode ernährt, die sich an den Fressgewohnheiten von Wildhunden und Wölfen orientiert und viel rohes Fleisch und Gemüse beinhaltet. „Das setzt schon eine gewisse Kenntnis voraus“, so Greiner. Seit Ende letzten Jahres lebt der rüstige Rüde bereits im Tierheim, wo er als Fundtier strandete.

Katzen-Diva Lilly
Die zehnjährige Lilly wohnt seit Februar in der Katzenauffangstation des Freiburger Tierschutzvereins. Lilly lebte ursprünglich auf einem Bauernhof und tut sich als geborene Einzelgängerin im Umgang mit anderen Katzen schwer. Im Tierheim gefällt es der Diva deshalb überhaupt nicht. Als sie in Freiburg-Opfingen gefunden wurde, war ihr Schwanz so stark verletzt, dass er amputiert werden musste. „Das macht es bei der Vermittlung nicht einfach, zumal sie die Nähe zum Menschen noch scheut und sich erst Schritt für Schritt daran gewöhnt.“ Mit Geduld und viel Liebe habe Lilly aber durchaus das Potenzial, auf ihre alten Tage zur idealen Hauskatze zu werden.

Schmusekater Moe
Beim menschenlieben und verschmusten Kater Moe verhindern gleich zwei typische Aspekte die zügige Vermittlung in ein neues Zuhause: Der elfjährige Stubentiger besitzt einerseits ein tiefschwarzes Fell, was bei abergläubischen Zeitgenossen zum Ausschlusskriterium reicht. Zum anderen leidet er an Asthma und Diabetes. „Seine Medizin bekommt er zweimal täglich, nimmt sie aber ohne Probleme an“, so Raphael Greiner. Einzig mit anderen Katzen habe Moe seine Probleme, weswegen er einst auch im Tierheim gelandet sei. 

Zurück
Katze Lilly Tierheim