Die Luxusfrage

Die baldige Rückkehr von Mark Flekken bringt für den SC Freiburg ein Torwartproblem mit sich

Müller oder Flekken – wer darf auf Dauer ins Tor? Diese Frage kommt mit Riesenschritten auf den SC Freiburg zu. Bei der zweiten Mannschaft konnte der Niederländer nach monatelanger Verletzungspause erste Spielpraxis sammeln. Und in der Bundesliga erfüllt Müller seinen Job tadellos. Wie geht die Geschichte am Ende aus?Es fühlt sich gerade wie eine Zeitreise an – zurück in den Winter 2019. Wegen einer Bänderverletzung musste der damalige SC-Stammkeeper Alexander Schwolow aussetzen. Also rückte der Niederländer Mark Flekken gegen Bremen erstmals in der Bundesliga ins Tor und erfüllte seinen Job mehr als zufriedenstellend. „So ein Problem habe ich gerne“, sagte SC-Trainer Christian Streich im Anschluss auf die Frage, ob er nun ein Torwartproblem habe.


Ein Erstliga-Torwart zu viel
Die Fortsetzung der Geschichte kennt jeder: Schwolow ging im Sommer nach Berlin, Flekken rückte nach, fiel dann aber vor seinem ersten Pflichtspiel als neue Nummer 1 mit einer schweren Ellbogenverletzung monatelang aus. Aus Mainz kam Florian Müller per Leihvertrag – und verhalf dem SC dank starker Paraden und einem fast fehlerfreien Torwartspiel zu einer sorgenfreien Saison.
Jetzt allerdings ist das Luxusproblem im Tor zurück. Noch im Laufe dieser Saison soll der wiedergenesene Flekken Spielpraxis in der Bundesliga erhalten. Und der 23-jährige Florian Müller sagt in einem Interview des „Kicker“: „Für mich ist es jedenfalls nirgendwo eine Option, mich auf die Bank zu setzen.“
Wie der gordische Knoten am Ende gelöst werden wird, ist nicht absehbar. Beide Torhüter sind erstliga-tauglich und Müller betont, er könnte sich trotz seines Vertrages in Mainz einen Verbleib beim SC über diese Saison hinaus gut vorstellen. Und Flekken?
Der hilft dem SC Freiburg II bei dessen Vorhaben, in die Dritte Liga aufzusteigen. Mit starken Paraden bildet der erfahrene Keeper einen sicheren Rückhalt für die junge U23-Auswahl in der Regionalliga Südwest. In seinen bislang drei Einsätzen über 90 Minuten (die ersten Pflichtspiele seit seiner Genesung) kassierte er nur ein Gegentor bei drei Siegen. Im Liga-Schlussspurt hat Flekken also großen Anteil an der unangefochtenen Spitzenposition des Tabellenführers aus Freiburg.
Florian Müller im Übrigen schielt nicht nur auf das SC-Tor, sondern auch auf eine Olympia-Teilnahme bei den Sommerspielen in Tokio. Da wiederum kann Flekken nicht mithalten. Mit 27 Jahren wäre er zu alt für das olympische Turnier.

Matthias Joers

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