Unruhige Zeiten

Die offene Frage der Kanzlerkandidatur treibt auch die CDU in Südbaden um

Wer wird Kanzlerkandidat der Union? Bis Pfingsten wollen das die Vorsitzenden von CDU und CSU klären. Die schwelende Machtfrage lähmt die Partei. Die Junge Union Südbaden macht sich nun deutlich für Söder stark, während der Kreisvorsitzende der CDU Freiburg eine klare Vorstellung hat, wer im Zweifelsfall entscheiden sollte.Die Junge Union Südbaden unterstützt eine mögliche Kanzlerkandidatur von Markus Söder. „Wir haben in der Union mit Markus Söder und Armin Laschet zwei starke Parteivorsitzende. Beide wären uns als Kanzler lieber als Olaf Scholz oder Annalena Baerbock, aber die Stimmung in unserem Bezirksverband geht eindeutig zugunsten des bayerischen Ministerpräsidenten“, so der Bezirksvorsitzende Dominik Apel. Die CDU-Jugendorganisation betont, dass dieser durchgängig die höchsten Zustimmungswerte in der Bevölkerung bekomme.
Der Bezirksausschuss habe sich daher mit großer Mehrheit für den CSU-Vorsitzenden ausgesprochen. Zwar sei klar, dass diese Entscheidung zunächst den Führungsgremien von CDU und CSU obliege. „Uns ist es aber wichtig, die Stimmung der Basis in diesen Prozess mit einzubringen. Gerade in Zeiten, in denen Wahlen immer mehr über Köpfe entschieden werden, ist es wichtig, hier die richtige Entscheidung zu treffen“, so Apel. Nur mit dem richtigen Kopf könne es gelingen, die eigenen Inhalte im Wahlkampf zu transportieren. „Wir brauchen eine Person, die in der Bevölkerung als klarer Kommunikator gesehen wird, und die es schafft, auch in Corona-Zeiten das Vertrauen der Menschen zu gewinnen“, ergänzt Apel die Überlegungen.
Wie das Stimmungsbild unter den Mitgliedern des CDU-Kreisverbands Freiburg aussehe, wollte der Wochenbericht von deren Vorsitzendem Bernhard Rotzinger wissen: „Zur Frage, wer der beste Kanzlerkandidat der Union wäre, gibt es in der Freiburger CDU ein differenziertes Meinungsbild. Wir haben weder mit den Mitgliedern noch mit dem Kreisvorstand ein abgestimmtes Votum, weil wir dazu auch nicht aufgerufen sind“, erklärt Rotzinger auf die Anfrage. Und weiter: „Deshalb möchte ich hier als Kreisvorsitzender nicht meine eigene persönliche Meinung in den Vordergrund stellen, weil das auch nur eine Einzelstimme wäre. Wenn sich die beiden Kandidaten nicht einvernehmlich einigen können, plädiere ich für ein Votum der gemeinsamen Bundestagsfraktion, weil dies das einzige Gremium mit repräsentativem Anspruch ist, in dem beide Teile der Union vertreten sind und das gleichzeitig auch die bundesweite Verteilung unserer Wähler repräsentiert.“ Im Telefonat mit der Redaktion ließ Rotzinger durchblicken, dass er sich wünscht, dass die Kandidatenfrage so schnell wie möglich geklärt werde, damit der Fokus endlich wieder auf die wichtigen politischen Inhalte gelegt werden könne. (mey)

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