3. Liga an der Dreisam?

Falls der Aufstieg gelingt: Das Schwarzwald-Stadion könnte Heimat der SC-Reserve werden

Beim SC Freiburg macht man sich Gedanken darüber, was ein Aufstieg der zweiten Mannschaft in die 3. Liga bedeuten würde. Mit fünf Punkten führt die Preußer-Elf die Regionalliga Südwest an. Bei noch 13 ausstehenden Spielen kann noch viel passieren. Doch die Lizenz für die 3. Liga ist beantragt. Bleibt die Frage: Wo würde das Team im Fall der Fälle auflaufen?Ein 2:0-Sieg gegen Hoffenheim II hat den Spitzenplatz der SC-Reserve in der Regionalliga Südwest gefestigt. „Wir haben verdient gewonnen, auch mit einem sehr schön herausgespielten zweiten Tor“, sagte Trainer Christian Preußer. Zuschauer hatten wegen der Pandemie keinen Zutritt ins altehrwürdige Möslestadion.


Details noch nicht geklärt
Wie bei den SC-Profis, die zurzeit vor leeren Rängen ihre Abschiedstournee im Schwarzwaldstadion geben und voraussichtlich zur neuen Saison in den schmucken Neubau am Flugplatz umziehen, könnte auch die SC-Reserve bald woanders auflaufen. Nämlich dann, wenn der Aufstieg in die 3. Liga gelingt. Anders als 2014, als der Verein den damals möglichen Aufstieg wegen der notwendigen, aber letztlich zu hohen Umbaukosten für das Möslestadion verworfen hatte, könnte das Projekt 3. Liga dieses Mal Realität werden. „Wir haben die Lizenzierungsunterlagen für die Dritte Liga fristgerecht eingereicht“, erklärt SC-Pressesprecher Sascha Glunk.
Im Fall der Fälle stellt sich damit die Stadionfrage. Im Visier nimmt der SC die bald frei werdende Heimat der Profis, wie Glunk erklärt: „Das Schwarzwald-Stadion spielt hierbei als Spielstätte eine Rolle. Detailfragen können wir erörtern, wenn das Thema akut wird.“ Die DFB-Statuten verlangen für Dritt-Liga-Stadien eine Zuschauerkapazität von mindestens 10.000. Bei zweiten Mannschaften, wie im Fall des SC, genügen 5.000 Plätze, sofern für Hochrisiko-Spiele ein 10.000 Plätze-Stadion existiert – und zwar eines mit Flutlicht. Das aber gibt es im Möslestadion (5.468 Plätze) nicht. Ein Umzug an die Dreisam wäre daher aus SC-Sicht nur logisch, zumal hier bessere Bedingungen für TV-Übertragungen herrschen.
Sollte der Aufstieg der Zweiten tatsächlich gelingen, würde die Debatte um die Sportachse Ost und die Nachnutzung des Schwarzwaldstadions um eine Komponente reicher. Aktuell liegt die Diskussion auf Eis. Neben den SC-Frauen, die bisher keine eigene Heimat haben, schielen auch die FT 1844 Freiburg und der PTSV Jahn Freiburg auf das Areal des früheren Dreisamstadions. Klar ist: Die Spielstätte wird einen zweiten Frühlung erleben, wenn die Profis bald in ihrem Neubau kicken.

Matthias Joers

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