Sonderaußenflächen nur noch bis 22 Uhr?

Die Stadt will das erfolgreiche Modell der Sonderflächen zum Draußensitzen fortführen – jedoch sorgt eine strittige Neuerung für Ärger

Draußensitzen gilt in Corona-Zeiten als die sicherste Möglichkeit, auswärts essen zu gehen oder sich auf ein Glas Bier oder Wein zu treffen. Sobald die Inzidenz es in Freiburg erlaubt beziehungsweise wenn die Stadt ein Tübingen-Modell anstreben sollte, sollte sich dieser Trend fortsetzen. Die Regelung wurde verlängert, allerdings unter neuen Voraussetzungen.Im vergangenen Jahr hatte die Stadt Freiburg mit dem Ende des ersten Corona-Lockdowns unbürokratisch reagiert: Überall da, wo es möglich war, konnten Gastro-Betriebe ihre Außensitzflächen gebührenfrei erweitern. Dieses Modell soll fortgesetzt werden, allerdings sollen künftig Gebühren erhoben werden und um 22 Uhr soll künftig Schluss sein. Da zahlreiche Kneipen- und Restaurantbetriebe jedoch reguläre Außenbestuhlung und Sonderflächen gleichzeitig unterhalten, könnte dies dazu führen, dass die Gäste an den einen Tischen bis 23 beziehungsweise 24 Uhr (Wochenende) draußen sitzen dürften, während die Gäste an den Sonderflächen-Tischen um 22 Uhr ihre Plätze räumen müssten.
Dagegen regt sich in der Gastronomie-Szene Protest. „Das Ganze ist ein bürokratischer Schildbürgerstreich, der in der Praxis gar nicht umsetzbar ist“, erklärt der Freiburger Wirt Toni Schlegel. „Wenn man künftig draußen zwei verschiedene Öffnungszeiten hat, bringt das nur überflüssigen Ärger – zumal der Lärmpegel mit Sicherheit nicht verschwindet, nur weil man einige Gäste weniger bedienen kann. Vermutlich werden die, die früher gehen müssen, eher lauthals ihrem Ärger Luft machen und jedes Mal wird es Diskussionen geben. Für mich ist das kompletter Unfug, der nicht richtig zu Ende gedacht wurde“, übt Schlegel deutliche Kritik. Andere Wirte denken ähnlich.
Auch im Gemeinderat gibt es Stimmen, die die Regelung für unpraktikabel halten. So hat die Jupi-Fraktion einen Brief an Oberbürgermeister Martin Horn mit der Bitte verfasst, die Schließzeiten der erweiterten Flächen den bisher geltenden Schließzeiten anzugleichen. Andere Fraktionen wollen sich dem anschließen.

Sven Meyer

Zurück