Nichts muss, alles kann

Seriensieger Freiburg zu Gast beim Rekordmeister: Was ist möglich gegen den FC Bayern?

Christian Streich freut sich „wahnsinnig“ auf die Partie am Sonntag: dann ist Freiburg zu Gast beim deutschen Rekordmeister. Schon lange nicht mehr war die Konstellation für ein Erfolgserlebnis in München so günstig wie dieses Mal – dort gewinnen konnte der SC jedoch bisher noch nie.

„In Freiburg ist es immer schwer“ – so formulierte es Mats Hummels (damals noch im Trikot der Bayern) als der Rekordmeister im März 2019 beim SC nur 1:1 spielte. Doch umgekehrt gilt ebenso: in München ist es immer schwer, insbesondere für den SC Freiburg. Der verlor von 20 Gastspielen in der bayerischen Landeshauptstadt 17 Duelle, drei Mal spielten die Breisgauer Unentschieden. Eines dieser drei Remis glückte 2018 in der Ära Christian Streich.„Dann ist es halt so“„Ein paar Mal haben wir es schon richtig gut gemacht, auch in München“, sagt der SC-Trainer. Ob die Sterne aus Freiburger Sicht am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) wieder einmal günstig stehen? Der Sportclub jedenfalls ist blendend aufgelegt. Die jüngsten fünf Spiele hat er allesamt gewinnen können – ein neuer Vereinsrekord! In dieser Fünf-Spiele-Wertung sind die Freiburger dazu das zurzeit formstärkste Team aller fünf europäischen Top-Ligen. „Ich bin schon sehr erfreut über die Art und Weise, wie die Mannschaft auftritt“, sagt Streich und meint damit – typisch Trainer – die Entwicklung seiner Spieler. Lobend erwähnt er Neuzugang Ermedin Demirovic sowie den Ungarn Roland Sallai. „Und ich könnte noch ein paar mehr aufzählen“, so der Eimeldinger. Aus der Siegesserie seiner Elf einen Automatismus für einen Erfolg in München abzuleiten, das käme dem 55-Jährigen dagegen nicht in den Sinn.Zumal dazu auch ein Gegner gehört. Und der ist zuhause noch unbesiegt, nur Bremen und Leipzig holten in der Allianz-Arena je einen Punkt. In der Münchner Niederlage gegen Mönchengladbach sieht man in Freiburg eher einen Nachteil. „Die haben 2:0 geführt, und dann 3:2 verloren. Man kann sich vorstellen,was da in München jetzt los ist“, schwant Streich Böses. Immerhin: Heute müssen die Bayern bei Holstein Kiel im DFB-Pokal antreten und werden ein Spiel mehr in den Knochen haben als die ausgeruhten Freiburger, die nach dem historischen 5:0 gegen Köln drei Tage frei bekamen. Für Spannung dürfte gesorgt sein. „Und wenn sie uns auseinandernehmen, weil sie so gut sind, dann ist es halt so“, sagt Streich. Einer, der weiß, wie man den FCB zumindest etwas ärgern kann, ist Lucas Höler. Dem 26-jährigen Angreifer gelangen im Freiburger Trikot bereits drei Tore gegen die Bayern. Auch wenn es „extrem schwierig“ werde in München, wolle sich die Mannschaft wieder „voll reinhauen. „Druck“, sagt Höler, „haben wir gar keinen.“ Matthias JoersSC-Personal: Linksverteidiger Luca Itter (22), seit 2019 beim SC Freiburg, wird bis zum Saisonende an Zweitligist Greuther Fürth ausgeliehen.

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Siegeshungrig: Der SC Freiburg holte gegen Köln den fünften Dreier hintereinander. FOTO: DETLEF BERGER