Stadion-Urteil kommt noch später

Personalwechsel am Gericht: Erst im Frühjahr wird entschieden, ob Abendspiele im neuen Stadion verboten bleiben

Zweites Quartal 2021 statt Jahresbeginn: So lange müssen sich die Stadt Freiburg und der SC Freiburg mindestens gedulden, bis das Verwaltungsgericht Freiburg über die Anwohnerklage gegen das neue SC-Stadion entscheidet. Wie das Gericht nun bestätigt hat, ist ein Personalwechsel schuld an der Verzögerung. Den Verein trifft das jedoch nicht unvorbereitet.

Personelle Rochaden ist man beim SC Freiburg gewohnt, zumindest was die Auswechselbank betrifft. Was in sportlicher Hinsicht erwünscht ist, kommt dem Verein auf juristischem Feld dagegen jetzt ungelegen. Wie das Verwaltungsgericht in Freiburg am Montag gegenüber dem Wochenbericht bestätigte, wird erst im Frühjahr entschieden, wann es mit der Anwohnerklage gegen das neue SC-Stadion weitergeht. „Es wird erst im zweiten Quartal 2021 darüber entschieden, wann es zu einer mündlichen Verhandlung kommt“, sagt Klaus Döll, Pressesprecher und Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht. SC meldet beide Stadien anGrund für die Verzögerung sei ein personeller Wechsel innerhalb der Kammer. „Der zuständige Berichterstatter gehört dem Gericht nur noch bis Ende März an, der Nachbearbeiter kommt zum 1. April. Das führt zu einer Verzögerung“, erklärt Döll. Zwar solle die Anwohnerklage dann vorrangig bearbeitet werden. „Aber auch der neue Berichterstatter muss sich erst einarbeiten. Das Verfahren ist nicht ganz unaufwändig“, so Döll. Es ist nicht das erste Mal, dass die Zuständigkeit an der Freiburger Kammer in der Stadion-Sache wechselt. Döll zufolge habe es schon einmal einen personellen Wechsel gegeben. Damals sei das Verfahren aber noch beim Verwaltungsgerichtshof in Mannheim (VGH) gelegen, so dass sich diese Personalrochade nicht weiter ausgewirkt habe. „Das hat auch nichts mit dem Verfahren zu tun. Es kommt immer wieder vor, dass Kollegen an eine andere Dienststelle abgeordnet werden oder wie im jetzigen Fall befördert werden“, sagt Döll. Fest steht jedenfalls: Abendspiele und Spiele am Sonntagmittag bleiben damit im neuen SC-Stadion – vorerst – noch länger verboten. Der VGH in Mannheim hatte im September im Eilverfahren aus Lärmschutzgründen entsprechend entschieden. Über diesen Entscheid wird es in Freiburg ein mündliches Hauptsacheverfahren mit Beweisaufnahme geben – das kommt nun frühestens im Frühjahr, statt wie ursprünglich geplant Anfang 2021.Beim Regierungspräsidium Freiburg, das als zuständige Genehmigungsbehörde das Abendspiele-Verbot vor Gericht anfechten will, wusste man noch nichts von der Verzögerung. „Uns lag bislang kein offizieller Zeitplan des Gerichts vor“, sagt Pressesprecherin Heike Spannagel. Auch Holger Rehm-Engel, Referent des Vorstands beim SC zeigt sich überrascht davon. Unvorbereitet trifft es den Verein aber nicht: Für die Saison 2021/22 hat der SC sowohl das neue, als auch das alte Stadion angemeldet. „Aufgrund des Beschlusses des Verwaltungsgerichtshofes, der solche Abend- und Sonntagnachmittagsspiele im neuen Stadion vorerst verbietet, muss der SC Freiburg das Schwarzwaldstadion ohnehin als zweite Spielstätte anmelden“, so der Verein. Denn sollte der aktuell hocherfolgreiche SC den Sprung in die Europa League schaffen, braucht er ein Stadion, in dem er auch abends spielen – und personell rotieren darf. Matthias Joers

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Abends und am Sonntagmittag wären Fußballspiele im neuen SC-Stadion – Stand jetzt – verboten. FOTO: JOERS