Nachfrage größer als das Angebot

Wenig Impfstoff, Termine ausgebucht – trotzdem fällt die Bilanz am Zentralen Impfzentrum positiv aus

Seit dem 27. Dezember wird im Zentralen Impfzentrum auf der Messe Freiburg geimpft. Der Impfstoff ist knapp, doch nach und nach erhöht sich die Zahl der täglichen Impfungen. Leiter Frank Uekermann zieht im Gespräch mit Claudia Kleinhans eine Zwischenbilanz.

Herr Uekermann, das Zentrale Impfzentrum (ZIZ) ist Ende Dezember an den Start gegangen. Wie lautet ihre Bilanz der vergangenen zwei Wochen?

Uekermann: Es war eine sehr spannende Zeit für alle Beteiligten. Die Resonanz ist sehr positiv, wir bekommen fast ausschließlich positive Rückmeldungen von den Leuten, die uns besuchen. Das Personal sei freundlich, die Organisation gut. Wir haben eine Aufenthaltszeit von insgesamt unter einer halben Stunde. Genaugenommen ist es für uns sogar ganz gut, dass wir nicht mit Volllast starten mussten, weil wir täglich etwas Neues dazulernen. Inzwischen sind wir aber ein eingespieltes Team und es läuft gut. Wir haben Stand Samstag-Nachmittag 6.300 Menschen geimpft und werden schrittweise, sobald mehr Impfstoff da ist, mit der Quote höher gehen.

Wie ist denn der aktuelle Stand der Terminvergabe?

Uekermann: Wir haben bis März Termine freigeschaltet und die sind bereits weitestgehend ausgebucht. Wenn wir einzelne zusätzliche Slots mit beispielsweise 50 Terminen freigeben, sind diese meist innerhalb einer Stunde weg. Die Nachfrage ist definitiv größer als das Angebot. Aktuell haben wir nach Rücksprache mit dem Sozialministerium die Kapazitäten schwerpunktmäßig auf die mobilen Impfteams gelegt, damit in den Heimen möglichst schnell geimpft werden kann. Aber vor Ort ist es momentan tatsächlich sehr schwierig an Termine zu kommen.

Auf wie viel Prozent läuft das ZIZ im Moment?

Uekermann: Also ich würde sagen, dass wir beispielsweise diese Woche zwischen 15 und 20 Prozent liegen, inklusive der mobilen Teams. Unsere maximale Kapazität liegt bei 2.200 Impfungen pro Tag, die können wir mit zwei Schichten und fünf mobilen Teams erfüllen. Momentan haben wir in einer Vormittagsschicht zwischen 400 und 500 Impfungen mit rund 60 Mitarbeitern pro Schicht, inklusive Security-Mitarbeitern, Reinigungskräften und vielen anderen die im Hintergrund arbeiten. Dazu kommen pro Woche noch rund 1.200 Impfungen in den Heimen.

Sind die Mitarbeiter des ZIZ Freiburg auch schon auf den klassischen „Impfgegner“ getroffen?

Uekermann: Hier im Impfzentrum haben wir mit so etwas dankenswerterweise gar nichts zu tun. Wer kommt, der will geimpft werden und freut sich über diese Möglichkeit. Auch in den Heimen ist die Impfbereitschaft sehr hoch, sogar höher als wir das angenommen hatten. Wir haben da also keine Probleme.

Werfen wir zuletzt noch einen Blick in die Zukunft. Der SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte jüngst in der Süddeutschen Zeitung „Das wird ein super Sommer“. Glauben Sie, dass in Bälde jeder der will, geimpft werden kann?

Uekermann: In politischen Dingen und Glaubensfragen halte ich mich lieber zurück. Ich kann nur sagen, wenn wir mehr Impfstoff haben, können wir auch mehr machen. Und die Erfahrung vom vergangenen Jahr zeigt, dass sich mit steigenden Temperaturen die Lage entspannen kann. Sollte sich das überschneiden, könnte der Sommer sicher besser werden als die jetzige Situation.

Erwarten Sie denn in Zukunft eine größere Lieferung an Impfstoff?

Uekermann: Uns liegen aktuell noch keine konkreten Zahlen vor, dass wir mehr Dosen bekommen sollen. Bei den Lieferungen, die bisher fix sind, zeichnet sich das zumindest noch nicht ab. 

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Impfstoff ist aktuell noch Mangelware am Zentralen Impfzentruman derMesse. Auch für die nahe Zukunft rechnet Leiter Frank Uekermann nichtmitmehr Serum. Zwar habeman aktuell eine Lieferung bekommen, die kurzfristig die Kapazität erhöhe, doch die sei lediglich vorgezogen. Mit dem Start der Kreisimpfzentren könnte der Impfstoff zudem noch knapper werden, befürchtet Uekermann. FOTOS: THOMAS KUNZ/PRIVAT
Frank Uekermann leitet das Zentrale Impfzentrum in Freiburg.