Der Lauf der „geilen Truppe“

Mit beeindruckender Konstanz bezwingt der SC seine Gegner – und überrascht den Trainer

Vier Siege in Folge, damit ist der Vereinsrekord eingestellt: Der SC Freiburg ist in seiner aktuellen Verfassung ein kaum zu besiegender Gegner und möchte im Heimspiel gegen Köln am Samstag nachlegen. Für Trainer Christian Streich kommt der Aufwärtstrend nicht von ungefähr – dennoch zeigt er sich überrascht.

Vier Siege in Folge, damit ist der Vereinsrekord eingestellt: Der SC Freiburg ist in seiner aktuellen Verfassung ein kaum zu besiegen- der Gegner und möchte im Heim- spiel gegen Köln am Samstag nachlegen. Für Trainer Christian Streich kommt der Aufwärtstrend nicht von ungefähr – dennoch zeigt er sich überrascht.

„Ich rechne nicht damit, dass wir drei oder vier Spiele in Folge gewinnen. An so was denke ich gar nicht“, sagte Freiburgs Trainer Christian Streich nach dem 3:1-Erfolg in Hoffenheim. Vier Siege in Folge waren dem SC zuletzt unter Trainer Volker Finke in der Saison 1994/95 gelungen. Eine Siegesserie, die der aktuelle Freiburger Trainer offenbar nicht auf dem Schirm hatte: „Vor der Englischen Woche hatten wir acht Punkte, jetzt haben wir 20 Punkte. Das ist natürlich wahnsinnig“, so Streich.

„Nicht blenden lassen“
Nach dem Spiel begann die Ursa- chenforschung, was es mit dem aktu- ellen Lauf der Freiburger auf sich hat. Vincenzo Grifo schwärmte von einer „geilen Truppe“, in der sich „keiner zu schade ist, mal einen Meter mehr zu machen.“ Und Torhüter Florian Müller sagte in einem Videointerview des Vereins: „Wir helfen uns gegensei- tig, das sieht man auf dem Platz.“ In den Worten von Christian Streich klingt das Erfolgsrezept hinter der Siegesserie so: „Du musst dafür sorgen, alles auf den Platz zu bringen, was in deinem Körper und deinem Kopf drin steckt. Das tut die Mannschaft“, sagt Streich.

Besteht nun die Gefahr, dass den Freiburgern ihr Erfolg zu Kopf steigen könnte? Am kommenden Samstag gegen den 1. FC Köln (15.30 Uhr/Sky) könnte die Freiburger Sie- gesserie schließlich historische Ausmaße erreichen. Obendrein wird die Frage nach dem Erreichen des internationalen Geschäfts immer lauter gestellt. Ein Thema, dass die Freiburger Spieler tunlichst umschiffen sollten, sagt SC-Kapitän Christian Günter mit einem Lächeln: „Wenn ich jetzt anfange zu träumen, und der Trainer hört das, dann weiß ich nicht, ob ich nächste Woche noch spiele“, so der 27-Jährige im Sky-Interview.

Christian Streich steht jedenfalls nicht im Verdacht, sich von der Siegesserie blenden zu lassen. Er  sagt:„Vor ein paar Wochen hatten wir noch die Negativbilanz vor Augen. Von daher sollten wir uns tunlichst nicht blenden lassen“, so der 55-jährige, der inzwischen seit neun Jahren an der Freiburger Seitenlinie steht. Gestillt ist der Erfolgshunger der Breisgauer  aber  noch  lange  nicht.

„Wir ruhen uns auf diesen Punkten nicht aus und wollen jetzt nachle- gen“, sagt Torhüter Florian Müller. Ihr gewachsenes Selbstbewusstsein verstärkt den Drang der Freiburger noch mehr. „Mit den Ergebnissen, die jetzt gekommen sind, hat man ein gutes Gefühl“, so Müller. In den Ohren der Kölner mag das wie eine unheilvolle Drohung klingen. Matthias Joers

 

 

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Herzen, knuddeln, jubeln: Der SC Freiburg erarbeitet sich ein Erfolgserlebnis nach dem nächsten.foto: a. keller