Problemzone Strafraum

Gefällige Kombinationen, geringe Effizienz: Der SC Freiburg feilt an seiner Durchschlagskraft

Zum zweiten Mal in dieser Spielzeit ist der SC Freiburg daran gescheitert, die verdienten Früchte seiner Arbeit zu ernten. Gegen Wolfsburg und gegen Bremen war der SC offensiv überlegen, doch beide Male reichte es nur zu einem Punkt. SC-Trainer Christian Streich wird langsam ungeduldig.Viel hat nicht gefehlt, und für den SC Freiburg hätte sich im Geisterspiel gegen Bremen alles in Wohlgefallen aufgelöst. Doch Roland Sallai stand vor Jonathan Schmids Treffer zum 2:0 klar im Abseits. Das Tor zählte nicht, am Ende blieb dem Sportclub nur ein mageres Pünktchen. „Wenn unser 2:0 regulär gewesen wäre, ein Supertor, hätte alles für uns gesprochen“, sagte Christian Streich.


„Viele Durchbrüche“
Gelegenheiten, um weitere Supertore zu erzielen, hatte der SC zu Genüge. Grifo (44.), Petersen (52.), Schmid (73.) hätten zuschlagen können. Der SC kombinierte gefällig, spielte dominant (63 Prozent Ballbesitz), aber brachte das Spielgerät letztlich dort, wo es zählt – nämlich vor dem Tor – nicht in eine gefährliche Position. Die Freiburger Überlegenheit war eher virtueller Natur, das Siegtor wollte nicht fallen. Streichs Fazit: „Wenn du so viele Durchbrüche hast und so selten zum Abschluss kommst, fehlt dir die Torgefahr in der Mitte“. Damit ist klar, was der SC bei Union Berlin am kommenden Samstag (15.30 Uhr/Sky) besser machen muss.
Ganz gleich ob Petersen, Höler, Grifo, Sallai, Schmid, Günter oder die eingewechselten Koreaner Jeong und Kwon – Offensiv-Kompetenz ist im SC-Kader ausreichend vorhanden. Für mehr Torgefahr brauche es aber „gutes Positionsspiel, Tempo und Präzision“, fordert Streich. Die Ansätze sind vielversprechend, der Auftrag ist klar, nur an der Ausführung hapert es noch. Ob ausgerechnet in Berlin der Knoten platzt, sei dahingestellt. Die Eisernen haben wie Freiburg fünf Punkte auf dem Konto, weisen aber das um fünf Tore bessere Torverhältnis auf. Es gibt einfachere Orte für ein gegnerisches Offensivspektakel als die Alte Försterei. Wie es gehen kann, sagt Verteidiger Philipp Lienhart, der gegen Bremen sein erstes Bundesligator erzielte: „Konzentriert auftreten, gut verteidigen und die Chancen, die kommen, auch machen.“ Dem ist nichts hinzuzufügen.

Matthias Joers

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